Prignitz : Winterdienst hält sich bereit

Dirk Rabe (l.) und Benjamin Haake sind auf den Kreisstraßen unterwegs und sorgen für freie Straßen.
Dirk Rabe (l.) und Benjamin Haake sind auf den Kreisstraßen unterwegs und sorgen für freie Straßen.

Kreisstraßenmeisterei wappnet sich für die zweite Hälfte der kalten Jahreszeit / Keine Schwerpunkte in der Räumung von Straßen

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08. Januar 2018, 21:00 Uhr

Zu Beginn dieser Woche lag eine dicke Eisschicht über der Prignitz. Minus sechs Grad, zugefrorene Scheiben mussten frei gekratzt werden, auf den Straßen herrschte Glättegefahr. Damit auch bei diesem Wetter ein sicheres Vorankommen möglich ist, kümmert sich die Kreisstraßenmeisterei (KSM) darum, dass die Routen in ihrer Zuständigkeit frei sind. „Sobald Raureif und überfrierende Nässe im Anmarsch sind, stehen wir in Bereitschaft“, erklärt Michael Becker, Werksleiter der KSM in Perleberg. Von hier betreut die Meisterei derzeit 322 Straßenkilometer. Sommer wie Winter. Von Meyenburg bis Gumtow, von Groß Warnow bis Lenzen. Auch in der Nacht von Sonntag zu Montag war die Straßenmeisterei unterwegs, um die glatten Straßen zu bestreuen. „Wir beginnen in der Regel gegen 0 Uhr und fahren dann bis zirka 6 Uhr die Straßen ab, so sind wir grob fertig, wenn der Berufsverkehr beginnt“, erläutert Michael Becker. Schwerpunkte in der Räumung von Straßen, wie es der Landesbetrieb auf stärker befahrenen Straßen tut, gäbe es aber nicht, erklärt Becker.

Zu seinem Team gehören derzeit neun Winterdienst-Touren, die gleichzeitig unterwegs sein können. Die Fahrzeuge sind unterschiedlich groß und können daher auch unterschiedlich viel Streugut fassen. Zum Beispiel fasst ein Lkw vier Kubikmeter, ein anderer kann acht Kubikmeter transportieren. Reines Salz wird aber, unter anderem aus Umweltgründen, nicht mehr verstreut. Das sogenannte Feuchtsalz besitzt einen 30-prozentigen Sole-Anteil.

Gefahren wird im Zwei-Schicht-Betrieb. „Eine Gruppe kümmert sich Montag bis Freitag nachts darum, dass die Straßen frei sind, die andere in der Woche drauf“, so Michael Becker. Am Wochenende gibt es Bereitschaftsdienste. In Extremfällen können also 18 Kraftfahrer auch hintereinander im Einsatz sein. „Der bisherige Winter war aber eher mild. Gerade wenn ich ans Ende des Jahres 2017 denke“, erinnert sich Becker. Es habe schon Jahre gegeben, da musste im Dezember mehrfach rausgefahren und die Straßen von Schnee befreit werden, so der Werksleiter. 2010 war so ein Winter, da reichte auch das Streugut nicht aus. „Es war das einzige mal in den vergangenen Jahren, dass wir im Winter unser Salzlager nachfüllen mussten“, sagt Michael Becker. Sonst wird das Lager an der Wilsnacker Straße bereits im Sommer aufgefüllt, denn dann sei es deutlich günstiger zu erwerben. Derzeit umfasst das Salzlager rund 1000 Tonnen. „Das reicht für zwei durchschnittliche Winter aus“, rechnet der Werksleiter vor. Doch wie bereitet sich das Team eigentlich auf das Wetter vor, woher weiß es, wann es los muss? „Jeder Betrieb hat seine speziellen Internetseiten, denen er vertraut. Gepaart mit der jahrelangen Erfahrung der Schichtleiter kommt das immer gut hin“, erzählt Becker. Es gäbe zwar auch Dienste, die Wetterprognosen anbieten, die sind jedoch meistens kostenpflichtig und nicht viel besser und genauer, meint der Werksleiter.

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