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Der Prignitzer

23. November 2017 | 21:36 Uhr

Sturmsicher : Windräder sind sturmsicher

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bürger blicken mit Sorge auf die Errichtung der Riesen-Windräder in Karstädt, die sich in Nähe von Radweg und Straße befinden

von
erstellt am 02.Mär.2017 | 04:55 Uhr

Es geht rasant schnell mit dem Aufbau der 180 Meter hohen neuen Windräder der Denker & Wulf AG im Windpark Karstädt. Einige Bürger blicken mit einem doch etwas mulmigen Gefühl auf die Errichtung, wie sie dem „Prignitzer“ in den vergangenen Tagen immer mal wieder am Rande erzählten. Sie hätten dabei die sehr nahe gelegene B5 neu und alt sowie den Radweg von der B5 in die Ortschaft Karstädt im Blick. Wenn eine der Anlagen bei Sturm umknickt, die Rotorblätter abbrechen, was kann da alles passieren, so die besorgten Bürger. Und wahrlich teilten nicht nur Windkraftgegner uns ihre Bedenken mit.

Denn Beispiele gebe es ja genug. In der jüngsten Vergangenheit muss man nur an den Vorfall von Anfang Januar zwischen Zichow und Passow denken, als ein Flügel an einer Windkraftanlage abgebrochen war und die B166 gesperrt werden musste. Oder der Vorfall in Aquilonia, einer Gemeinde in der Provinz Avellino in der italienischen Region Kampanien. Dort drehte am 5. Februar 2017 eine Windkraftanlage nahe einer Straße zuerst immer schneller, zerbrach dann und schleuderte Bruchstücke durch die Luft, weshalb die Autofahrer wenden mussten. Die Szene wurde von Passanten gefilmt und auf den sozialen Netzwerken unter https://goo.gl/NSZuxz verbreitet.

Da stellt sich die Frage, wie sind und wie werden die sich im Bau befindlichen Windräder bei Karstädt gesichert? Wir fragten bei Michael Menger, Projektleiter für das Karstädter Vorhaben bei der Denker & Wulf AG nach.

„Vorab möchte ich mitteilen, dass dem Baubeginn ein fast ein einjähriges Genehmigungsverfahren vorausgegangen ist. Träger öffentlicher Belange, das heißt Landesamt für Arbeitsschutz, Straßenwesen, Immissionsschutz, Landkreis etc. prüfen Standort und technische Daten der Windenergieanlagen auf Zulässigkeit auch in allen sicherheitsrelevanten Belangen. In Karstädt ist diesem Verfahren zudem noch ein zweijähriges B-Planverfahren ebenfalls unter Beteiligung der vorgenannten Behörden vorausgegangen“, so Menger.

Und er erklärt weiter zur Sicherung der Anlagen: „ Die Komponenten der Windenergieanlage sind fest miteinander und fest mit dem Fundament verankert. Beispielsweise verbinden 200 Stahlbolzen Turmfuß und Fundament miteinander. Alle Bauteile und die Konstruktion der Windenergieanlagen sind typengeprüft.“

Bei Sturmböen müsse man
unterscheiden zwischen Errichtung der Windenergieanlage und dem Anlagenbetrieb. Bei der Errichtung der Windanlagen hatte der Projektleiter bereits erklärt (wir berichteten), dass bei Windgeschwindigkeiten über 9 m/s aus Sicherheitsgründen keine Montagearbeiten an den Windenergieanlagen stattfinden (wir berichteten).

„Bei Starkwind im Anlagenbetrieb werden die Rotorblätter ,gepitcht’, das heißt aus dem Wind gedreht. Bei Sturm (ca. 25 m/s) ist der Wind so stark, dass die Windenergieanlage abgeschaltet werden muss. Die Rotorblätter befinden sich dann in der ,Fahnenstellung’ und bieten keine Angriffsfläche für den Wind“, so der Projektleiter. Rotorblätter und Turm seien so ausgelegt, auch Extremwindbedingungen auszuhalten, die „statistisch nur einmal in 50 Jahren passieren“, betont Menger.

Neben den Fragen, was passiere bei Sturm, kommen immer wieder auch welche zum Thema Eiswurf auf, was bei der Nähe zur Straße und zum Radweg für die Bürger auch nicht unerheblich ist. Dazu erklärt Michael Menger: „Die Gefahr des Eisansatzes tritt nur für wenige Stunden im Jahr auf und ist flächenmäßig auf den direkten Umkreis der Anlagen begrenzt. Zur Vermeidung von Eiswurf sind die Windenergieanlagen mit Eiserkennungen und Eisabschaltungen ausgestattet. Sensoren in den Rotorblättern registrieren Veränderungen auf der Blattfläche, die umgehend ein Abschalten der Windenergieanlage zur Folge haben.“

 

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