Windkraft erfordert mehr Kapazität

<strong>Per Schwerlaster</strong> kamen in dieser Woche die neuen Relaishäuser. <foto>Unternehmen</foto>
Per Schwerlaster kamen in dieser Woche die neuen Relaishäuser. Unternehmen

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24. Januar 2013, 06:08 Uhr

Perleberg | Baustelle Umspannwerk: Seit Oktober vergangenen Jahres bestimmen Baufahrzeuge und imposante Technik hier das Bild. Die 50Hertz Transmission GmbH, ein sogenannter Übertragungsnetzbetreiber, erhöht an seinem Standort Perleberg die Kapazitäten, bringt es Pressesprecher Volker Kamm auf einen kurzen Nenner. Beeindruckend allerdings welche Investitionsbudget dahinter steckt: "30 Millionen Euro für Baugewerke, Elektrotechnik fürs Umspannwerk und Freileitungen", listet Kamm auf.

Auslöser für diese Leistungserweiterung sei ein Antrag von Verteilnetzbetreiber E.ON edis für den Anschluss einer 110-kV-Leitung mit zwei Systemen. Der Grund: der erwartete Zubau erneuerbarer Energien, insbesondere Windenergieanlagen. Die installierte Leistung werde sich, laut Einschätzung von Wemag Netz, in ihrem Gebiet von 530 Megawatt (MW) im Jahre 2007 auf 880 MW in 2015 entwickeln. Bekannt ist aber, dass wegen sehr hoher Rückspeisungen im Umspannwerk Perleberg bereits häufiger Windanlagen abgeregelt werden mussten, weil die Umspannkapazität nicht mehr ausreichen. Kamm ergänzt: "Gleichwohl haben wir insgesamt das Problem, dass die großen Stromautobahnen, also die Höchstspannungsnetze nicht genügend Transportkapazität darstellen, um die vor allem im verbrauchsschwachen Nordosten Deutschlands produzierte grüne Energie in die Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands zu transportieren."

Die Verteilnetzbetreiber erhöhen nun die Übertragungskapazität ihrer 110-kV-Netze durch Verstärkung bestehender Leitungen und den Bau einer weiteren 110 kV-Leitung von Perleberg nach Wittstock. Das bedeute auf der anderen Seite aber auch, dass die unmittelbar tangierten Umspannwerke in ihrer Kapazität erhöht werden müssen, erläutert Volker Kamm. Und eben das passiere derzeit am Standort Perleberg, wo der 50Hertz GmbH nicht nur die 380-kV-Anlage sondern auch die 110-kV-Anlage gehöre.

Bis Ende 2014/Anfang 2015 werden zusätzlich zwei 400 Megavoltampere-Transformatoren errichtet. Hinzu komme der Anschluss der neuen 110-kV-Leitung von E.ON edis.

Start war im Oktober mit der Baustellenzufahrt. Inzwischen ist das Gelände entsprechend reguliert, wurden die Fundamente für die Trafos errichtet und die Relaishäuser per Schwerlaster bereits antransportiert und aufgestellt.

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