Ausbau alternativer Energien : Windkraft am Rudower See

Beim Energiegipfel  mit den Ministerpräsidenten  heute in Berlin sollen Details genannt werden.  Collage: zvs
Beim Energiegipfel mit den Ministerpräsidenten heute in Berlin sollen Details genannt werden. Collage: zvs

Windkraftbeschleunigungsgesetz ist schon am Mittwoch Thema im Bundeskabinett / Pläne für Wasserflächen in der Prignitz bereits genehmigt

svz.de von
01. April 2014, 12:00 Uhr

Überraschende Entwicklung bei der Energiewende: Mit einer Entscheidung der Bundesregierung, die gestern Abend in mehrstündiger Sitzung zwischen CDU und SPD gefällt wurde, ist es Windenergie-Unternehmen künftig erlaubt, auch In-Shore-Anlagen zu bauen – also Windenergieanlagen auf Binnenseen.

Nach Informationen eines Recherchepools der Ostsee-Zeitung, des NDR, der Schweriner Volkszeitung und des Prignitzers sind die ersten Pläne für die Müritz, den Schweriner sowie den Rudower See bereits fertig. Eine Sprecherin der Bundesregierung sagte, dies sei ein Durchbruch bei der Energiewende.

Das Unternehmen InShore Croatia will mehrere Millionen Euro investieren. Bis zu 100 Anlagen sollen auch in anderen Seen gebaut werden. Möglich sind sie auf Wasserflächen, die größer als drei Quadratkilometer sind. Für kleinere Flächen soll es Ausnahmegenehmigungen für die bis zu 80 Meter hohen Propelleranlagen geben. Die Pläne wurden bislang unter Verschluss gehalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel will heute beim Energiegipfel in Berlin die Ministerpräsidenten über Details informieren.

Die In-Shore-Anlagen sollen die Off-Shore-Anlagen auf der Ostsee ergänzen. Die Bundesregierung hatte die Pläne bisher nicht veröffentlicht. Sie befürchtet Proteste von Anwohnern, Naturschützern und auch der Länder. Jetzt soll es schnell gehen. Ein Windkraftbeschleunigungsgesetz ist schon morgen im Bundeskabinett Thema. Planungsverfahren dauern dann nur einige Monate.

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