Sturmschaden in Seetz : Windhose bricht Äste aus mächtigen Bäumen

Die Gemeindearbeiter sägen angebrochene Äste aus.  Fotos: baha
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Die Gemeindearbeiter sägen angebrochene Äste aus. Fotos: baha

Zwei Dächer beschädigt /Bürgermeister: Wir müssen mit Naturschutzbehörde reden

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27. Juli 2014, 22:00 Uhr

Ein kurzes, aber heftiges Unwetter hat am Freitagabend in Seetz aus Linden und Kastanien mächtige Äste ausbrechen lassen. Zwei Dächer wurden beschädigt. Bewohner sagen, so kann es mit den Bäumen nicht weitergehen.

Es ist kurz nach 21 Uhr. Eine Wolkenfront zieht auf Seetz zu. Der Himmel wird fast schwarz. Es gießt. Sturm kommt auf. Eine Windhose fegt durch die Lindenallee. „Nach drei Minuten war alles schon wieder vorbei“, erzählt Hans-Joachim Mundt. Aber diese paar Minuten haben gereicht. Aus den mächtigen Linden am Straßenrand und auch aus den Kastanien dort sind große Äste ausgebrochen. „Ich hatte Glück, an meinem Haus ist nichts passiert“, sagt Mundt.

Nachbarn hatten weniger Glück. Bei Familie Christiansen sind Äste der gegenüber wachsenden Kastanie auf die Dachecke geflogen, haben sie und den Zaun demoliert. An einem anderen Haus hat ein Lindenast das Dach durchschlagen. Auch Doris Gadow ist froh: „Mein Haus steht nicht direkt an der Straße. Da kann dann vielleicht nicht so viel passieren.“

Glück im Unglück: Am Freitag sind ganz in der Nähe an die 15 Seetzer im Einsatz. Sie bereiten das Parkfest fürs Wochenende vor. „Wir mussten gar nicht erst ’raus, waren quasi schon da“, sagt der junge Wehrführer Benjamin Hamann. Die meisten der Helfer sind Mitglieder in der Feuerwehr, sie packen an, räumen die Allee frei, helfen, das beschädigte Dach zu reparieren.

Karstädts Gemeindebürgermeister Udo Staeck, der Samstagmorgen in den Ortsteil Seetz kommt, freut sich über den couragierten Einsatz der Helfer und sagt: „Da zeigt sich mal wieder, wie gut es ist, wenn man eine funktionierende Wehr im Ort hat. Hamann und den anderen Männern ein herzliches Dankeschön.“

Staeck ist in Begleitung der beiden Gemeindearbeiter Mario Wiedow und Andreas Freitag. Sie kontrollieren jeden Baum in der Lindenallee, sägen angebrochene Äste aus. Staeck blickt sorgenvoll die Allee entlang: „Hier muss was passieren“, sagt er und kündigt an, „möglichst umgehend die Naturschutzbehörde nach Seetz zu holen“. Mit dieser Behörde beim Landkreis ist die Gemeinde schon seit längerem im Gespräch. Vor zwei, drei Jahren gab es eine Begehung und anschließend die Fällgenehmigung für zwei kranke Linden. Daran erinnert sich auch Siegfried Schlehstein. Er ist Gemeindevertreter und sagt ebenfalls: „So kann es mit den Linden nicht weiter gehen. “

Zumindest an die überlastigen Kronen müsse man ’ran, meint der Bürgermeister. Mehr will er zu den Bäumen nicht sagen. „Ich denke, die Einwohner, die Gemeinde und die Naturschutzbehörde sollten sich zusammensetzen und in aller Ruhe darüber beraten, was zu tun ist.“

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