Wilsnacks Gewerbe schöpft Hoffnung

Wunderblutkirche Bad Wilsnack. Foto: Archiv
Wunderblutkirche Bad Wilsnack. Foto: Archiv

von
16. Mai 2013, 06:09 Uhr

Bad Wilsnack | Unter den verbliebenen Geschäftsleuten in Bad Wilsnacks Innenstadt keimt Hoffnung. Nach nur vier Monaten Arbeit kann die Initiative "Aktiv für Wilsnack" bereits erste nennenswerte Erfolge vorweisen. "Von neun zu vermietenden Ladenflächen ist eine vergeben, für eine zweite gibt es eine feste Zusage und vier sind im Gespräch", fasst Torsten Selchow als Moderator der Initiative den Stand der Dinge zusammen. Ihr Ziel ist es, die Innenstadt nach den zahlreichen Geschäftsaufgaben neu zu beleben, machbare Ziele anzugehen.

Welche Art von Geschäft eröffnet wird, sei offiziell noch nicht bekannt. Der Vermieter wurde um Stillschweigen gebeten, so Selchow. "Aber sagen können wir, dass die zweite Zusage von einem Fotogeschäft kam. Offen ist nur noch, für welche Ladenfläche sich der Inhaber entscheiden wird", macht Torsten Selchow deutlich. Die Initiative werde in den kommenden Monaten gezielt Unternehmer in einem größeren Radius ansprechen. Grundlage dafür sind Ergebnisse einer Umfrage dazu, was sich die Wilsnacker wünschen.

In nur vier Wochen seien mehr als 300 Umfragebögen ausgefüllt worden. Demnach wünschen sich 270 Teilnehmer ein Bekleidungsgeschäft, welches damit noch vor einem Discounter rangiert. 220 wollen Drogerieartikel in der Stadt kaufen und 160 Schuhe bzw. Taschen. Die Umfrage läuft weiter, Bögen liegen in Geschäften, Hotels, Institutionen aus. "Wir erhoffen uns einen Rücklauf von etwa 600 Antworten", sagt Moderator Selchow. Die Antworten seien eine wahre Fundgrube, manche schreiben sogar noch einen Brief dazu, geben Tipps und Hinweise, wie die Innenstadt attraktiver werden könnte.

Mit den sich bereits jetzt abzeichnenden Ergebnissen will die Initiative konkret arbeiten. "Wir werden beispielsweise Schuhhändler ansprechen, die in anderen Orten ein oder mehrere Geschäfte betreiben." Torsten Selchow denkt dabei an Städte wie Ludwigslust, Kyritz, Neuruppin. Besteht Interesse, sollen die Händler zu einem Aktionstag nach Bad Wilsnack eingeladen werden. "Wir werden ihnen die Stadt zeigen, die Angebote, die zur Verfügung stehenden Ladenflächen", skizziert Selchow den Plan und präsentiert dazu den Entwurf eines Flyers, der in einer Auflage von 1000 Stück erscheinen soll.

Er und seine rund zehn aktiven Mitstreiter wissen um die große Herausforderung, wissen, dass es keine ganz schnellen Erfolge geben wird. Die jetzige Situation sei ja auch nicht urplötzlich entstanden, sondern das Ergebnis einer zwölfjährigen Entwicklung, die die Stadt geteilt habe. Auf der einen Seite die im Dornröschenschlaf liegende Geschäftsstraße, auf der anderen Seite der Bahnlinie KMG Elbtalklinik, Hotels, Caravanplatz und Therme.

Selchow und seine Mitstreiter haben recherchiert, mit Hoteliers gesprochen und schätzen, dass jährlich rund eine halbe Million Besucher diese Einrichtungen aufsuchen. Hotelgäste würden im Schnitt zwei bis drei Tage bleiben. "Die wollen wir anlocken, genau wie Caravanfahrer und selbstverständlich müssen wir auch unsere eigene Bevölkerung animieren, hier einzukaufen."

Potenzial habe auch die Wunderblutkirche. Sie zählte im vergangenen Jahr 27 000 Besucher, ein Plus von 3000. Bei so vielen Gäste, die ja auch noch direkt in der Geschäftsstraße ankommen, muss es doch Perspektiven geben, sagt Selchow. Aber dazu muss man experimentieren, ausgetretene Pfade verlassen. Beispiel Wochenmarkt: Warum muss der am Donnerstag sein, wenn nur Rentner ihn besuchen können? Der Sonnabend wäre eine Alternative, nennt er ein Beispiel. Oder die Ladenöffnungszeiten müssten mit den Konzerten in der Kirche harmonieren. Vielleicht sind Verkaufsartikel zugeschnitten auf Radtouristen und Pilger eine Möglichkeit, Kunden anzusprechen, nennt Selchow eine weitere Idee.

Ihre nächsten Schritte möchte die Initiative "Aktiv für Wilsnack" am Donnerstag, dem 13. Juni, besprechen. Interessierte sind dazu in das Café Quitzow eingeladen, Beginn ist um 19 Uhr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen