Theaterstück zum Pilgerfest : Wilsnack plant die große Hochzeit

Das Ensemble probt in der Wunderblutkirche. Öffentliche Generalprobe soll am 19. August sein.
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Das Ensemble probt in der Wunderblutkirche. Öffentliche Generalprobe soll am 19. August sein.

Im Theaterstück zum Pilgerfest am 20. August wird es romantisch / Handwerker debattieren über ihre Zukunft

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02. August 2016, 04:45 Uhr

Eine Heirat zwischen einem Adligen und einer Bürgerlichen? Das geht – auch in Bad Wilsnack. Den Beweis führt das neue Theaterstück „Wahres und Wunderbares aus der Geschichte Wilsnacks“. Es wird am 20. August beim Pilgerfest aufgeführt.

Die Fortsetzungsgeschichte stammt aus der Feder von Bärbel Mann. Sie ist die gute Seele des „Theaters am Pilgerweg“ und hat bei der Probe alles im Blick. „Obwohl ich für jedes Pilgerfest ein neues Stück schreibe, nehme ich doch einige Begebenheiten aus den vorangegangenen Jahren, die ihre Fortsetzung finden“, erzählt Mann, die zum fünften Mal für den Inhalt verantwortlich zeichnet. „Aber was immer dabei sein muss, ist das Spiel mit der Sündenwaage. Viele lustige Szenen spielen sich da ab“, verspricht sie. Ihre Inspiration bekomme sie durch viele Bücher, die sie liest. „Außerdem bin ich sehr emotional. Ich wohne in meinem Geburtshaus. Da kommen mir viele Ideen.“ Und eine für die Fortsetzung der aktuellen Geschichte hat sie auch schon.

Doch erstmal wird geheiratet. Der abgedankte König Wenzel, alias Dieter Spielmann, will die pfiffige Herbergswirtin ehelichen. Ein zweiter Erzählstrang beschäftigt sich mit den auch in Wilsnack fest verankerten Handwerkern. Einige haben die Idee, Zünfte zu bilden, um mit einer stärkeren Stimme zu sprechen. „Dann denkt nicht jeder nur an sich, Gewinne werden geteilt, aber auch Verluste“, betont König Wenzel. Schuhmacher, Schmiede, Schneider, Färber und Co. debattieren, nicht jeder ist begeistert von der Zunft-Idee. Und dann sind da ja noch die „ehrlosen“ Gewerke wie Nachtwächter, Totengräber, Scharfrichter oder die Huren. Mit denen will keiner etwas zu tun haben, sie sollen möglichst weit weg von der schönen Stadt ihr Dasein fristen.

Autorin Bärbel Mann hat in ihr Stück auch eine historisch belegte Figur eingebaut. „Margery Kempe war eine Pilgerin aus dem England des 14. Jahrhunderts, die viele heilige Orte besucht hat, so auch Wilsnack. Völlig kraftlos kam sie an, wurde hier im Spital von Heilerinnen wieder gesund gepflegt.“ Was sie mit der Sündenwaage zu tun hat, sehen die Zuschauer am 20. August. Einen Tag zuvor soll die Generalprobe im Schlosspark erfolgen. „Wahrscheinlich gegen 13 Uhr“, sagt Bärbel Mann, bevor sie sich konzentriert der Szene widmet. 

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