Jubiläum in Bad Wilsnack : Wilsnack hofft auf eine Drehleiter

Löscheinsatz vor 125 Jahren – der Festumzug zeigte die Arbeit der Kameraden von früher und heute.
Löscheinsatz vor 125 Jahren – der Festumzug zeigte die Arbeit der Kameraden von früher und heute.

Feuerwehr feiert mit ihren Gästen 125. Geburtstag. Personell und technisch gut aufgestellt, aber Wünsche gibt es.

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22. September 2019, 20:00 Uhr

Betagt ist sie, die Bad Wilsnacker Feuerwehr. Aber für ihre 125 Jahre ist die Truppe agil. Das zeigen nicht nur die rund 20 Mitglieder der Jugendwehr, sondern auch Kameraden wie Harald Kreutz oder Hans-Burkhard Schütt. Sie sind jenseits der 70 und nehmen noch aktiv an Einsätzen teil, sagt Wehrführer Marco Franke. Es gebe darüber hinaus mehrere Senioren, auf die man sich im Ernstfall verlassen könne, ergänzt sein Stellvertreter Marco Troitzsch. Kern der Mannschaft sind aber die 35 aktiven Mitglieder. Alle zusammen feierten am Sonnabend mit ihren Gästen das Jubiläum.

Groß ist die Zahl der Gratulanten, wie bereits der Festumzug zeigt. Manch ein Pkw-Fahrer muss sich in Geduld üben, bis der Tross von etwa 30 Fahrzeugen vorbei gezogen ist. Angeführt vom Spielmannszug aus Parchim sehen die Schaulustigen neben alter Löschtechnik fast die gesamte moderne Fahrzeugflotte der Wehren aus dem Amtsgebiet und benachbarten Gemeinden.

Häufig sitzen in der Fahrerkabine neben dem Fahrzeugführer Kinder, die lachend aus den Fenstern winken. Wer den Umzug nur hört, aber nicht sieht, denkt bei dem Sirenengeheul an einen Großeinsatz. Der bleibt an diesem Tag zum Glück aus.

Etwa 50 Einsätze liegen bereits hinter den Wilsnacker Kameraden in diesem Jahr, sagt Franke. Die Tendenz sei von Jahr zu Jahr steigend. Als Stützpunktwehr seien sie nicht nur für Einsätze im Stadtgebiet zuständig, sondern rücken nahezu zu jedem Einsatz im Amtsbereich aus.

„Aber wir sind mit unserer Personalstärke zufrieden“, sagen die Wehrführer. Selbst der Nachwuchs sei aktuell gesichert. Am Sonnabend wechselten drei Jugendliche in die aktive Truppe. Vier weitere Mitglieder der Jugendwehr könnten schon bald folgen. Das wäre ein gutes Signal. In diesem Zusammenhang danken Franke und Troitzsch der Jugendwartin Nicole Spielmann und ihrem Stellvertreter.

Die technische Ausrüstung sei zwar generell gut, aber noch sind die Kameraden nicht wunschlos glücklich. Ein Tankkraftspritzen-Fahrzeug wäre das schönste Geschenk zum Geburtstag gewesen. Dafür habe das Geld aber noch nicht gereicht. Ebenfalls auf der Wunschliste steht eine Drehleiter. „Mit unseren Einrichtungen wie der Rehaklinik, der Therme oder den Hotels ist die wirklich wichtig“, betont Franke. Bisher haben nur die Städte Wittenberge, Perleberg, Pritzwalk und Havelberg im benachbarten Sachsen-Anhalt eine Drehleiter. Aber egal welche sie zur Unterstützung anfordern würden, bis sie eintrifft, könnten zwischen 30 und 45 Minuten vergehen. Eine lange Zeit bei einem Großbrand, erklärt Franke.

Konkrete Hoffnungen macht an diesem Tag niemand. Ordnungsamtsleiter Gerald Neu hebt in seiner Rede aber die guten Entscheidungen der Landesregierung hervor. 200 Euro erhalte jetzt jeder Kamerad pro Jahr für sein Engagement in der Truppe und auch die Summe für Treue Dienste sei auf 500 Euro aufgestockt worden. Das seien richtige Signale aus Potsdam.

Aktuell erhofft sich Neu von den Koalitionsverhandlungen eine Ausweitung der Förderpolitik auf Kleinstfahrzeuge. Die werden noch nicht gefördert, aber eine Modernisierung der Flotte steht an. Schon am 30. September wolle man im Amtsausschuss eine Prioritätenliste für das Amt erarbeiten.

Gerald Neu würde es begrüßen, wenn das Land die Förderung analog zu den großen Fahrzeugen ausrichtet. Das wären Zuschüsse von 50 bis zu 70 Prozent, sagt er.

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