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Herzliche Begegnung in Klein Leppin : Willkommen den neuen Nachbarn

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

FestLandverein Klein Leppin organisiert Begegnung mit Flüchtlingen als Treffen von Gleichen.

von
erstellt am 26.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Es gab kein Fremdeln, vielleicht hier und da eine ganz leichte Befangenheit bei der Begrüßung. Aber dann war auch das vorbei: Deutsche und junge Flüchtlinge saßen gemeinsam an Tischen, aßen, redeten – mit und ohne Dolmetscher – auf Englisch, mit Zeichen und Gesten. Ort des Geschehens: der sogenannte Schweinestall in Klein Leppin, den der dort ansässige und für seine kreativen Ideen bekannte FestLandverein zu seinem speziellen Opernhaus gemacht hat.

Wenn es dort am Samstag auch keine Oper gab, die gibt es erst wieder im Sommer, hatte das Treffen doch auch etwas mit Oper zu tun. Die Vereinsvorsitzende Christina Tast formuliert es so: „Wir wollen uns als Nachbarn kennenlernen.“ Wir – das sind Leute vom Verein und andere Prignitzer und es sind die Flüchtlinge, die in Glöwen und anderen Orten in der Umgebung leben. Der FestLandverein und alle, die darüber hinaus am Samstag in das Vereinsdomizil gekommen sind, wollen den Fremden zeigen, sie sind als Neu-Nachbarn willkommen. Und Christina Tast sagte: Wir wollen heute dazu lernen.“ Kennengelernt haben sich die Klein Leppiner Opern-Macher und Flüchtlinge bereits im Sommer. Da haben die jungen Fremden nämlich geholfen bei den Vorbereitungen für die Opernaufführung. Christina Tast stellt einen der jungen Männer vor. Er hat sich als Ass beim Bühnenbildbau erwiesen.

Nun also das Kennenlernen als Nachbarn, das Verständigen, auch wenn es mit der Sprache hapert. Übers Essen klappt es auf jeden Fall. Ingrid Pankow und die anderen Freiwilligen haben gebacken und gekocht – mit und ohne Schweinefleisch, versteht sich.

Auch Kunst ist ein probates Mittel der Verständigung. Wie gut, dass Steffen Tast Musiker ist und dass im nahen Schrepkow die aus Ungarn stammende Kunstprofessorin Valeria Sass lebt und arbeitet. Tast und Sass führen an diesem Nachmittag in Projekten Prignitzer und ihre neuen Nachbar zusammen. So entstehen bei Sass beispielsweise Landkarten, auf denen jeder verschiedenfarbig seinen Lebensweg nachzeichnen konnte.

Kein Zweifel bestand am Samstag für Babette Scurell darin, „dass der FestLandverein mit seinem Willkommen für die neuen Nachbarn Neuland betritt“. Neuland ist das Stichwort. Scurell ist Mentorin bei der Robert Bosch Stiftung. Diese hatte dem Verein zu Jahresbeginn eine Fördersumme von 50  000 Euro für innovative Projekte zuerkannt. Das große Motto: Neuland betreten. Damals gab es die großen Flüchtlingsströme noch nicht. „Der FestLandverein reagiert auf Aktuelles, das ist gut“, so Scurell.  

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