Wildzäune, Wildäcker und Fressstreifen in Wäldern

Brandenburgs Jagdverband verlangt vom Land das Ende des massiven Abschusses von Wild zugunsten des Waldumbaus im Landesforst.
Brandenburgs Jagdverband verlangt vom Land das Ende des massiven Abschusses von Wild zugunsten des Waldumbaus im Landesforst.

Jagdverband fordert Stopp von massivem Wildabschuss

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28. September 2015, 10:00 Uhr

Zäune statt Jagd: Brandenburgs Waldumbau darf nicht zu Lasten der Wildbestände gehen, verlangen die Jäger. Sie haben andere Ideen, um die Bäume vor Rehen und zu schützen. Brandenburgs Jagdverband verlangt vom Land das Ende eines massiven Abschusses von Wild.

Hintergrund ist ein geplanter Umbau von reinen Kiefernforsten zu Mischwäldern. Es sei zwar richtig, märkische Wälder Schritt für Schritt derart umzubauen, sagte Verbandsgeschäftsführer Georg Baumann im Vorfeld der 25-Jahr-Feier seiner Organisation. Wenn neu gepflanzte Bäume vor Wildschäden geschützt werden sollen, müsse das Land aber entweder seinen Verzicht auf Wildzäune rückgängig machen oder dafür sorgen, dass es für Wild alternative Fressmöglichkeiten gebe.

Beispielsweise könnten Wildäcker und Fressstreifen entlang von Waldwegen angelegt werden. Einseitig nur die Bestände von Rot-, Dam- und Rehwild per Jagd deutlich zu senken, sei der falsche Weg, betonte Baumann. Auch Wild habe ein Recht auf genügend Lebensraum im Wald.

Ein massiver Wildabschuss finde auf den 270 000 Hektar Landesforst nicht statt, hielt das Landwirtschaftsministerium dagegen.„Stattdessen haben wir seit Jahren steigende Wildstrecken im gesamten norddeutschen Raum“, erklärte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. So ließen sich auch die höheren Abschusszahlen im Jagdjahr 2014/15 erklären. Insgesamt wurden nach Ministeriumsangaben rund 166 000 Schalenwildtiere wie Rehe, Rot- und Damwild erlegt. Das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahl spreche aber nicht für einen massiv gesteigerten Abschuss, betonte Schade.

Richtig sei, dass laut Landeswaldprogramm die Umzäunung der Wälder zurückgefahren werden soll. Aktuell sei das aber noch nicht zu machen, weil die Wildbestände hierfür noch zu groß seien, erklärte Schade. Es müsse zwischen Waldbesitzern und Jägern jetzt zu einer Verständigung kommen, wie viel Wild die märkischen Wälder vertragen.

Dies sei sicher auch ein Thema auf der Jubiläumsveranstaltung des Landesjagdverbandes, erklärte Schade. Zu der 25-Jahr-Feier wird auf Schloss Liebenberg (Oberhavel) auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erwartet. Landesweit gibt es nach Verbandsangaben 12 500 Jäger.

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