Tierplage : Wildschweine auf dem Rückzug?

wildschwein

Vergrämung brachte nicht den erhofften Erfolg, doch die Tiere meiden die Stadtnähe, da die Bullenwiese ihnen jetzt keinen Schutz bieten

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08. Januar 2016, 17:24 Uhr

Anfang November hieß es auf dieser Seite: „Wildschweinrotte auf Stadttrip“. Spuren auf den Banketten und in Gärten im Bereich der Bullenwiese und beidseitig der Stepenitzbrücke an der ehemaligen B 5 kündeten davon. Die Anlieger fühlten sich allein gelassen, mussten zusehen, wie immer wieder ihre Grundstücke von den Wildschweinen heimgesucht und umgepflügt wurden. Derweil hatte die Stadt bereits Gegenmaßnahmen angeleiert, Vergrämungsmittel bestellt und dann auch ausgebracht. Mit welchem Erfolg? „Die Tiere gibt es weiterhin, sprich sie haben sich nicht vergrämen lassen“, räumt Antje Hartwig vom Umweltamt der Stadt offen ein. Sie halten sich offensichtlich schon seit Jahren in Stadtnähe auf, mal dichter, mal weniger dicht. Sie sind so an den Menschen, an Hunde gewöhnt.

Diese Meinung vertritt auch Stadtförster Stefan Koepp. Der Duftschaum, der Wild abhalten soll, beispielsweise von der Bullenwiese aus in die Gärten zu drängen, ist menschlichem Schweiß nachempfunden. Entsprechend reagierten die Tiere darauf, war die Wirkung nicht so, wie vielleicht erwartet. Einigermaßen gewirkt habe hingegen das Granulat, das auf die Bankette mit den Eicheln gestreut wurde, die dann nicht unbedingt mehr den Geschmack des Borstenviehs trafen.

„Insgesamt ist es aber etwas ruhiger geworden“, so auch die Einschätzung von Ernst Schmidt, dem zuständigen Forstwirt der Stadt. Regelmäßig schaut er sich den Bereich an, wo die Wildschweine massiv aufgetreten waren. Auch zwischen Weihnachten und Neujahr kontrollierte er immer wieder die Areale. Drei Anrufe erreichten die Stadt auf die Bitte, zu melden, wenn Tiere im Stadtgebiet gesichtet werden, ist von Antje Hartwig zu erfahren. So wollte man mehr über die Aufenthalts- und Bewegungsgewohnheiten der Tiere erfahren. Derzeit seien aber keine mehr gesichtet worden, so der Stadtförster. Er geht davon aus, dass das Borstenvieh sich wieder Richtung Spiegelhagen zurückzog, in einer Erstaufforstung jetzt den so genannten Tageseinstand hat. Das Schilf der Bullenwiese, das den Tieren bis dato ausreichend Schutz bot, sei jetzt größtenteils heruntergebrochen. „Sie finden hier keine ausreichende Deckung mehr“, so Stefan Koepp. Den Jagdpächter auf Spiegelhagener Seite habe er versucht zu motivieren, hier auch tätig zu werden. Doch bislang sei das Wetter für die Jagd alles andere als optimal gewesen. Unabhängig davon werde man auch weiterhin die Wildschweine im Blick haben.  

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