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illegale Deponien : Wilde Kippe im Gandower Wald

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Forstbeamte registrieren überall im Kreis Ablagerungen und warnen vor den Folgen. Auch Grünabfälle haben schädliche Auswirkungen

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2015 | 22:00 Uhr

Bei einem Vor-Ort-Termin mit Mitarbeitern des Landesbetriebs Forst Brandenburg in einem Waldstück am Rande des Lenzener Ortsteils Gandow stößt der „Prignitzer“ auf eine illegalen Deponien. Hier liegen Grün- und Baumschnitt, Bauschutt sowie Gartenabfälle auf etlichen Quadratmetern verteilt und rotten vor sich hin. „Das sind bestimmt so 40 bis 50 Kubikmeter“, schätzt Funktionsförster Eckhard Kackstein von der Oberförsterei Gadow mit Blick auf die überwucherten Haufen. „Die Deponie hier ist über Jahre gewachsen“, berichtet der für den Bereich Lenzen zuständige Revierförster Uwe Roese. Dabei ist die Müllhalde am ehemaligen Bahndamm bei Gandow längst kein Einzelfall. „Die gibt es überall in der Prignitz“, weiß Eckhard Kackstein.

Dabei sollte doch jedem Bürger bewusst sein, dass die Entsorgung von Abfällen im Wald gegen Abfallrecht und gegen waldrechtliche Vorschriften verstößt. Das Brandenburger Waldgesetz sieht für diese Ordnungswidrigkeit oder den Versuch eine Geldbuße bis zu 20  000 Euro vor.

Abgelagerter Rasenschnitt führe zu Schimmel-, Gärungs- und Fäulnisprozessen und letztendlich zum Absterben von Organismen. Durch die Gärprozesse unter Luftabschluss könne es sogar zur Selbstentzündung „und letztlich zum Waldbrand kommen“, sagt Revierförster Roese und weist auf ein weiteres Problem hin. Gartenabfälle landen leider all zu häufig im Wald. Etliche Garten- oder Grundstücksbesitzer meinen, der Natur damit etwas Gutes zu tun – für den Wald ein folgenschwerer Irrtum ist. Denn durch die Verrottung der Abfälle wird die Nährstoffzusammensetzung empfindlich gestört. Wo Grünabfälle entsorgt wurden, sieht man nach kurzer Zeit oft nur noch Brennnesseln – ein Beleg für eine massive Nährstoffanreicherung. Insbesondere gelange dadurch Nitrat in den Waldboden. Das Salz kann von den Waldpflanzen in dieser Menge nicht aufgenommen werden, hierdurch in das Grundwasser gelangen und somit das Trinkwasser schädigen.

Zweige von Strauch- und Baumschnitten könnten Pilzkrankheiten übertragen und die in den Gartenabfällen enthaltenen Wurzeln, Zwiebeln und Knollen zur Ausbreitung nicht heimischer Pflanzen im Wald führen, die die vorhandene Flora sowie die von dieser Lebensgrundlage abhängigen Tiere verdrängen und so zum Artenwandel beitragen, erklärt der Förster. Die überall anzutreffende Kanadische Goldrute und den japanischen Staudenknöterich nennt er als Beispiele. Und auch das Verbrennen von Gartenabfällen ist keine Alternative, ja sogar verboten.

Das Brandenburger Umweltministerium als oberste Abfallwirtschaftsbehörde weist seinerseits darauf hin, dass pflanzliche Abfälle aus Gärten – wie andere Haushaltsabfälle auch – dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (Landkreis, kreisfreie Stadt, Abfallzweckverband) zu überlassen sind, wenn sie nicht selbst kompostiert werden können.

Möglichkeiten zur Grünabfallsammlung in Laubsäcken, auf Wertstoffhöfen, teilweise durch Biotonnen, seien ausreichend vorhanden.

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