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Nach Brand der Radler-Oase : Wiederaufbau oder Abriss?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach dem Brand im Februar stehen die Zeichen für Radleroase in Klein Langerwisch eher auf Abriss, endgültig entschieden ist es noch nicht

Der strahlend blaue Himmel, die Sonne, das Grün und die Naturgeräusche ringsum lassen den Anblick der Brandruine in Klein Langerwisch (Gemeinde Groß Pankow) etwas leichter ertragen. Aber weder dies noch das emsige Arbeiten auf dem Gelände können darüber hinwegtäuschen, dass ein Neustart hier – als Wohnort, Pension, Lokal und Radler-Einkehr – wohl sehr schwierig werden wird, wenn nicht sogar unmöglich.

Besitzerin Lieselotte Fortmann und ihr Partner Manfred Lukrafka sind dieser Tage dabei, alles noch Verwertbare aus dem Anwesen zu retten, zu säubern und anderswo einzulagern. Große Teile des 1752 erbauten Hauses wurden am 2. Februar dieses Jahres ein Raub der Flammen. Die banale Ursache des Großbrandes, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde: ein defektes Relais an einem Kühlgerät.

Nach dem Brand erfuhren Lieselotte Fortmann und Manfred Lukrafka sehr viel Solidarität, u. a. von Rudi Schröder (M.) und seiner Familie aus Neudorf. Die Gemeinde Groß Pankow ließ eine Wohnung für die beiden in Groß Langerwisch herrichten, steuerte die Hilfsaktion.
Nach dem Brand erfuhren Lieselotte Fortmann und Manfred Lukrafka sehr viel Solidarität, u. a. von Rudi Schröder (M.) und seiner Familie aus Neudorf. Die Gemeinde Groß Pankow ließ eine Wohnung für die beiden in Groß Langerwisch herrichten, steuerte die Hilfsaktion. Foto: Birgit Hamann
 

Glück im Unglück für Lieselotte Fortmann und Manfred Lukrafka: Mit großer Hilfsbereitschaft aus dem Umfeld und von Seiten der Gemeinde wurden sie in den Tagen nach dem schrecklichen Ereignis aufgefangen – und werden es noch immer. „Ich muss mich auch bei unserer Versicherung bedanken, der Gothaer: Sie handelte schnell, unbürokratisch und großzügig“, so Fortmann. All das bringt ihr natürlich ihr Lebenswerk nicht zurück. 2007 wurde die Radleroase eröffnet, rund zehn Jahre flossen Investitionen, vor allem aber ungezählte Arbeitsstunden in das Grundstück und das Haus. Jetzt, zum Start der Radsaison 2016, standen vor allem am Himmelfahrtstag zahlreiche Ausflügler an der Auffahrt zur Oase, die leider keine mehr ist, und betrachteten kopfschüttelnd das, was das Feuer übrig ließ. Lieselotte Fortmann sieht trotz der Brandkatastrophe das Positive: „Es war eine schöne Zeit, mir tut keine Sekunde leid. Wir schauen jetzt nach vorn und werden in Ruhe entscheiden.“ Dennoch: Immer wieder treten ihr Tränen in die Augen, wenn sie erzählt und sich dabei umschaut.

Gegen einen Wiederaufbau an Ort und Stelle sprechen für Fortmann drei wesentliche Gründe: Der Anschluss an die zentrale Wasserversorgung ist nach wie vor nicht geklärt, das aus dem Brunnen verwendete Wasser musste bislang aufwendig gefiltert werden. Als Ursache für die mangelnde Qualität vermutet Fortmann die industrielle Biogasanlage in der Nachbarschaft. Es gibt zudem kein verbrieftes Wegerecht für den Zugang zum Haus, nur ein geduldetes Nutzungsrecht seitens des Landbesitzers. Um Zukunftssicherheit zu schaffen, wären Grundstückskäufe notwendig. Und: „Ich bin jetzt 68 Jahre alt. Wäre ich jünger, würde ich auf jeden Fall, auch trotz dieser Unwägbarkeiten, kämpfen“, sagt Lieselotte Fortmann.

Selbst wenn sie die Radleroase noch nicht ganz ad acta gelegt hat – der Weg des geringsten Widerstandes ist wahrscheinlicher. „Im Grunde genommen suchen wir etwas Ähnliches, ein Haus mit Grundstück, möglichst in Randlage, so wie hier, wo wir wohnen, ein kleines Café betreiben und ein paar Zimmer vermieten können“, so Fortmann. Sicher könne man mit der Versicherungssumme auch neu bauen, irgendwo. Fortmann und Lukrafka aber hängen an der Baukunst vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte, sind, was das angeht, für Hinweise zu Häusern und Grundstücken offen und dankbar.  

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erstellt am 10.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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