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Neues aus Perleberg : Wiebels Bar ist Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach Streitereien mit Mieter plant Silke Wiebel künftig keine Gastronomie und keinen Nachtclub

von
erstellt am 23.Dez.2014 | 08:00 Uhr

Die Perleberger Tradition im leichten Gewerbe ist Geschichte. Silke Wiebels Etablissement existiert nicht mehr als solches.1984 als Wiebels Bar direkt neben dem Bahnübergang gegründet, erlebte der Nachtclub wechselvolle Zeiten während der DDR, überstand die Wende, etablierte sich als Tabledance Bar und firmierte die letzten Jahre unter dem Namen Club 46.

„Jetzt wird es dort keine Bar, keine Mädchen, kein Bordell mehr geben“, sagt Eigentümerin Silke Wiebel. Sie und ihr Mann Dieter hätten die Nase voll. Grund seien die jüngsten Entwicklungen. Im August 2012 setzte sich Silke Wiebel zur Ruhe, vermietete nach eigenen Angaben die Bar mit der dazugehörigen großzügigen Wohnung im Obergeschoss.

Seitdem habe es immer wieder Probleme gegeben. „Ich war gutgläubig, ließ mich 2012 auf mündliche Absprachen ein“, sagt Silke Wiebel. Doch die Mieten seien nicht wie vereinbart gezahlt worden, eines Tages war dann auch die hinterlegte Kaution aufgebraucht.

Im Januar dieses Jahre hätten Wiebels mit dem Mieter gesprochen, dessen Namen sie aus rechtlichen Gründen nicht nennen wollen. „Ab Februar gab es einen schriftlichen Vertrag, wir bekamen dann auch für mehrere Monate regelmäßig die Miete überwiesen“, sagt Silke Wiebel.

Im Juli hätte es neue Schwierigkeiten gegeben. „Die Miete blieb aus, wir trugen sogar Nebenkosten.“ Hinzu kam, dass der Mieter offensichtlich große Teile der Einrichtung aus der Bar entfernt hatte. Wiebels bekamen einen Tipp und tatsächlich: „In einer anderen Perleberger Bar entdeckte ich meine halbe Einrichtung, darunter ein Ledersofa und Lederstuhl-Sessel“, sagt sie.

Beide Seiten schalteten ihre Anwälte eine, es ging um eine fristlose Kündigung des Mietvertrages. Doch dazu sei es nicht gekommen. Da der Mieter inzwischen das Gebäude geräumt hatte, sahen Wiebels und ihre Anwältin den Mietvertrag mit diesem Auszug als beendet an.

„Am 5. Dezember wechselten wir die Schlösser aus, um unser Eigentum zu sichern“, so Wiebels. Im Beisein der Polizei habe sie dem Mieter ein Haus- und Grundstücksverbot ausgesprochen, was dieser auch beachtet habe. Außerdem hätten Wiebels diverse Anzeigen erstattet.

Im Innern des Gebäudes traf sie der Schlag: „Alles war ausgebaut worden, die Bar, die Tanzstange, selbst die Trennwände auf dem Männerklo“, erzählt ihr Mann und zeigt die Fotos dazu. Keine Gläser, kein Geschirr, aber Essensreste im Kühlschrank hätte es gegeben. Zerkratzte Türen und weitere Schäden dokumentierte er mit der Kamera.

Jetzt seien die ersten Handwerker im Haus, Wiebels lassen Reparaturen ausführen. „Wir planen wieder eine Nutzung des Gebäudes, aber eine andere als bisher“, kündigt Silke Wiebel an. Welche das sein wird, lässt sie offen.  

 

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