Parchim/Dambeck : Wie weiter nach dem Hochwasser?

An dieser Brücke nahe der Landesgrenze zeigte sich, wie hoch das Wasser an der Löcknitz stand.
An dieser Brücke nahe der Landesgrenze zeigte sich, wie hoch das Wasser an der Löcknitz stand.

Zweimal extreme Wassermengen aus den Ruhner Bergen und Sonnenbergen. Situation in Dambeck soll entspannt werden

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26. November 2017, 21:00 Uhr

Es war ein extrem feuchtes Jahr. Zweimal kurz hintereinander gab es im Sommer südlich von Parchim ein Hochwasser, das statistisch gesehen nur alle 100 Jahre vorkommt. In der Region Dambeck gab es Überflutungen bis in die Ortschaft. Das stellt den Wasser- und Bodenverband Mittlere Elde mit Sitz in Parchim vor neue Herausforderungen.

Dambeck, an der Grenze zu Brandenburg, liegt an der Goldbek und nahe am Zusammenfluss mit der Löcknitz. Die Goldbek bringt Wasser aus den Ruhner Bergen, die Löcknitz aus den Sonnenbergen und den Ruhner Bergen.

Wie Uwe Zöllner, Geschäftsführer vom Wasser- und Bodenverband, berichtet, drang bei Hochwasser in diesem Jahr Wasser bis in die Gärten von Dambeck. Beim ersten Hochwasser Ende Juni, als in der Region in 24 Stunden etwa 130 bis 150 Millimeter Niederschlag fielen, floss es noch relativ schnell ab. Beim zweiten Hochwasser Ende Juli fiel zwar weniger als die Hälfte des Regens wie beim ersten Fall, dafür war der Boden aber nicht mehr aufnahmefähig. Das Besondere an der Situation: Der Regen kam von Süden, erklärt Zöllner. Die Ruhner Berge hielten viele Niederschläge von Parchim ab. Ein Problem dieses Jahres war, dass das erste Hochwasser eintrat, bevor der Verband die Krautung der Gewässer in Angriff nehmen konnte. Das ist aus Naturschutzgründen erst ab dem 15. Juli erlaubt. Der Wasser- und Bodenverband hat jetzt verschiedene Schritte veranlasst, um künftig die Situation bei Hochwasser in Dambeck zu mildern. Ein Thema ist die Krautung, die künftig in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde so früh wie möglich erfolgen soll, also möglichst schon vor dem offiziellen Starttermin, erklärt Uwe Zöllner. Auch wolle der Verband bei Bedarf nicht nur einmal, sondern ein zweites Mal hier den Bewuchs zurückschneiden.

Ein Hindernis ist, dass in Dambeck der Fluss teilweise zugebaut war und die Pflegefirmen nicht überall mit Maschinen bis ans Gewässer kamen. Hier gab es zwischenzeitlich Gespräche mit den Grundstückseigentümern, die bis zur nächsten Krautungsperiode beispielsweise Zäune zurückbauen, erfuhr unsere Zeitung von Uwe Zöllner. Teilweise sind auch Bäume im Weg. Noch geprüft wird eine weitere mögliche Entlastung für Dambeck. Eventuell könnte ein Umfluter angelegt werden, über den ein Teil des Wassers der Goldbek am Ort vorbei geleitet wird.

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