"Wie viele Biogasanlagen verkraften wir überhaupt?"

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21. Oktober 2011, 09:19 Uhr

Perleberg | Dem Aufstellungsbeschluss und der frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden und damit der Planung für eine weitere Biogasanlage im Gewerbegebiet Quitzow, konkret hinter der Landesstraßenmeisterei, stimmten die Mitglieder des Hauptausschusses auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend mehrheitlich zu. Aber alles andere als diskussionslos. Klaus Herpich (Linke) brachte es mit der Frage auf den Punkt: Wie viele Biogasanlagen verkraften wir überhaupt? Der landwirtschaftliche Verkehr, der schon jetzt enorm sei, nehme weiter zu. Denn, wie auch Ulrich Jura (CDU) betonte, in der näheren Umgebung seien die Flächen bereits vertraglich gebunden. Das bedeute, dass Mais von weiter her kommen müsse. Die in der Größe von drei Megawatt geplante Anlage benötige schätzungsweise eine Anbaufläche von 1800 Hektar. Herpich weiter: Monokultur Mais mache zudem den Boden kaputt und Wildschweine sind aufgrund der riesigen Maisfelder mittlerweile zur Plage geworden.

Einem Bau der Anlage hatte die Stadtverordnetenversammlung Ende 2010 mit einem Grundsatzbeschluss unter der Maßgabe zugestimmt, dass alle erforderlichen Parameter, so unter anderem Emissionsschutz und Abstand zur Wohnbebauung, eingehalten werden. Es bleibe abzuwarten, was an Bedenken, Hinweisen und dergleichen die Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden ergebe.

Dieter Kreutzer, Geschäftsführer der PVU, bestätigte auf Nachfrage der Abgeordneten, dass bei besagter Anlage ausschließlich eine Einspeisung ins Erdgasnetz vorgesehen sei, die Menge aber die Aufnahmefähigkeit der Mitteldruckleitung der PVU erheblich überfordere. So komme nur eine Einspeisung ins Hochdrucknetz der Ontras in Betracht. Zunächst war eine solche auch ins PVU-Netz angedacht.

Zeitnah mit der öffentlichen Auslegung des Vorentwurfs der Bebauungsplanung soll es eine Einwohnerversammlung in Quitzow geben.

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