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Der Prignitzer

19. November 2017 | 13:41 Uhr

Weisen : Wie geht’s weiter mit dem Markt?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Am Samstag fand zum letzten Mal der Kartoffelmarkt Weisen in seiner bisherigen Form statt. Die Organisatorin hat gekündigt.

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2014 | 22:00 Uhr

„Den Kartoffelmarkt, wie ihn die Leute einmal im Oktober in Weisen kennen, wird es in dieser Form nicht mehr weiter geben“, sagt Gabriela Naumann, die Koordinatorin des bunten Treibens. Besser gesagt: die ehemalige Organisatorin. „Ich habe gekündigt und fühle mich übergangen“, klagt sie an.

Nach eigenen Aussagen von Gabriela Naumann sei ein Streit zwischen ihr und dem ehrenamtlichen Bürgermeister Weisens, David Leu, der Grund für ihre bislang nur mündlich ausgesprochene Kündigung. „Konstruktive Zusammenarbeit ist mit dem Bürgermeister nicht möglich“, sagt sie. Begonnen habe alles mit einer E-Mail. „Darin wurde ich informiert, dass es im nächsten Jahr nur eine gemeinsame Veranstaltung aus dem Kartoffelmarkt im Oktober und dem Schlachtefest im November geben wird“, erzählt die 54-Jährige, die sich in den vergangenen drei Jahren für das Markttreiben in Weisen engagierte. Einstimmig beschlossen hätten dies die Mitglieder des Kultur- und Sozialausschusses der Gemeinde Weisen, der dem Bürgermeister und der Gemeindevertretung beratend zur Seite steht. „Dahinter steckte die Frage nach einer Qualitätssicherung“, so Bürgermeister David Leu. Er erklärt, dass es mit der Vielzahl verschiedenster Aktionen – darunter Herbstfeuer der Freiwilligen Feuerwehr, Weihnachtsmarkt und anschließendes Weihnachtsbäume-Verbrennen zu Jahresbeginn, außerdem Reiter-, Dorf-, und Deichfest – die Veranstaltungsdichte gesättigt sei.

„Als Marktorganisatorin, die für die Gemeinde die Veranstaltung Jahr für Jahr wachsen ließ, hätte ich einfach zumindest eine Einladung zur Ausschusssitzung erwartet“, sagt Gabriela Naumann sehr enttäuscht.

Diese Frustration könne Leu zwar verstehen, weist die Kritik aber von sich: „Der Ausschuss tagte öffentlich. Jedermann hätte daran teilnehmen können – auch Frau Naumann.“ Endgültig verhärtet hätten sich die Fronten nach einer Unterschriftenaktion seitens Gabriela Naumann. „Ich wollte damit belegen, wie beliebt der Kartoffelmarkt und wie wichtig er für die Gemeinde ist“, so die Weisenerin. Doch die Unterlagen seien vom Bürgermeister „konfisziert“ worden. „Frau Naumann arbeitet bei der Gemeinde. Eine solche Protestaktion lasse ich einer für die Gemeinde tätigen Person nicht durchgehen“, meint der 33-Jährige.

In einem lautstarken Streit sei man schließlich auseinander gegangen. „Eine Kündigung liegt mir aber nicht schriftlich vor“, so der Bürgermeister abschließend im Gespräch mit unserer Redaktion.

Darin jedoch sehe Gabriela Naumann selbst die einzige Lösung. „Es tut mir leid, der Markt liegt mir sehr am Herzen.“ Einziger Wermutstropfen für die 54-Jährige. Am letzten Tag des Kartoffelmarktes erlebte dieser auch seinen Höhepunkt: 41 Händler waren vor Ort, die Parkplätze platzten aus allen Nähten. „So voll war es hier noch nie“, hörte man es öfter auf einem Rundgang über das Gelände. „Das ist der größte Markt, den wir je hatten“, weiß auch Gabriela Naumann, die als Koordinatorin und Organisatorin dazu einen erheblichen Teil beitrug.

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