Stadtumbau in Wittenberge : Wie geht es weiter im Allende-Viertel?

allendestraße 22

Am 25. März informieren Kommune und Planer über die Zukunft des Quartiers.

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11. März 2014, 08:00 Uhr

Was bleibt vom Allende-Gebiet? Wann muss wer den Möbelwagen bestellen? Wohin geht der Umzug? Fragen, mit denen sich dort Wohnende in den kommenden Jahren intensiver befassen müssen, wenn sie in den Plattenbauten wohnen. Dieser Zusatz ist bedeutsam, denn die Kommune betrachtet das Allende-Gebiet – anders als es viele Wittenberger wahrscheinlich wahrnehmen – als Stadtgebiet zwischen Meyenburger und Weisener Straße, zählt einen Teil der Perleberger Straße dazu sowie Neubauten an der Schwimmhalle. Und auch die Ziegelbauten gegenüber der Kita „Kinderland“ sind Teil des Allende-Viertels, für das das Potsdamer Planungsbüro Ernst Basler & Partner seit dem vergangenen Jahr ein Teilraum-Konzept für das Allende-Viertel bis 2020 erarbeitet.

Das Konzept liegt vor. Am 25. März heißt es im Saal des Awo-Treffs in der Perleberger Straße: „Perspektive Wittenberge – Wie geht es weiter mit dem Allende-Viertel?“ Die Kommune lädt Interessierte zu dieser Informationsveranstaltung. Ab 18 Uhr wollen Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, Martin Hahn als Leiter des Stadtbauamtes, WGW-Geschäftsführer Torsten Diehn, der geschäftsführende WGE-Vorstand Karsten Korup sowie Stephan Kathke vom Planungsbüro Ernst Basler & Partner die Auskünfte zur Entwicklung des Wohnviertels rund um die Dr.-Salvador-Allende-Straße geben.

Dass in diesem Gebiet einschneidende Veränderungen vonstatten gehen werden, das ist keine neue Erkenntnis. Vor fünf Jahren schrieb die Kommune ihre Stadtumbaustrategie für Wittenberge fort.


Wohnungsabriss in Größenordnungen


Unmissverständlich ist darin formuliert: Das Allende-Gebiet stellt ... den räumlichen Schwerpunkt des Rückbaus in Wittenberge dar. Das ... Wohngebiet soll bis 2030 zu großen Teilen zurückgebaut werden.“ Das fünf Jahre alte Konzeptionspapier, das jetzt mit dem Teilraum-Konzept die auf das Allende-Viertel zugeschnittene Konkretisierung erfährt, operiert auch mit konkreten Zahlen für den Rückbau in diesem Quartier, das zu jener Zeit mit einem Leerstand von 19 Prozent gut da stand im Vergleich mit dem Packhofviertel (42 Prozent) und dem Jahnschul-Viertel (41 Prozent). 1600 Wohnungen sollen, das bekräftigte das Planungsbüro im Herbst letzten Jahres bei einer ersten Vorstellung des konkretisierten Konzeptes, rund um die Dr.-S.-Allende-Straße fallen. Die Wohnungsbestände, um die es dabei geht, befinden sich fast ausschließlich im Besitz der Wohnungsbaugesellschaft und der Wohnungsgenossenschaft. Die WGE hat 2012 ihre Mitglieder darüber informiert, wo sie wann Plattenbauten im Allende-Gebiet rückbauen will. Die WGW will nicht vor 2018 mit dem Abriss beginnen, so der Geschäftsführer gegenüber dem „Prignitzer“.

Keinesfalls zur Disposition stehen nach den Worten der Stadt die sozialen Einrichtungen im Allende-Viertel. Hier befindet sich die Prignitzer Badewelt, die der Kommune gehört, die erst mit viel Geld sanierte Grundschule IV, die Allende-Halle, die nach modernstem Standard hergerichtet wird.

Insgesamt verfügt das Allende-Gebiet im Vergleich beispielsweise mit dem Jahnschul-Viertel über eine gute Infrastruktur, die nicht nur von den dort etwa 2000 Wohnenden genutzt wird. Die Sparkasse unterhält dort eine Filiale, die Lebenshilfe eine Annahmestelle für Dienstleistungen. Es befinden sich dort eine Apotheke und mehrere Einkaufsmärkte sowie eine Awo- und eine DRK-Senioreneinrichtung.


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