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Der Prignitzer

14. Dezember 2017 | 23:55 Uhr

Wie geht es mit der Markthalle weiter?

vom

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 06:26 Uhr

Wittenberge | "Reißt die Markthalle doch endlich ab." So eine der ersten Reaktionen auf Facebook, als der "Prignitzer" dort über den Brand der Ruine am Sonnabend informierte. Immer lauter werden die Forderungen von Anwohnern, die Stadt solle endlich dem Schandfleck direkt am Bahnhof ein Ende bereiten.

Leicht gesagt, aber nicht zu machen, wenn man nicht der Eigentümer von Immobilie und Grundstück ist, sagte gestern auf Nachfrage Ordnungsamtsleiter Gotthard Poorten. "Auf fremdem Grund und Boden können wir nicht tätig werden." Eine Ausnahme wäre dann möglich, "wenn akute Gefahr besteht". Die sei aus rechtlicher Sicht derzeit aber nicht gegeben, unterstreicht Poorten.

Bereits 2010 hatte der Ordnungsamtschef das so erklärt. Im März jenen Jahres hatten Unbekannte in der Markthalle gezündelt. Die Feuerwehr hatte ausrücken müssen. Und es war nicht der erste Brand. Immer wieder glimmen oder lodern Flammen in oder an der ehemaligen Lagerhalle, die der Obst- und Gemüsegroßhandel (OGS) zu DDR-Zeiten betrieb.

Und immer wieder war in Lauf der letzten Jahre von den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung zu hören, es sei für die Immobilie kein rechtlich verbriefter Eigentümer zu ermitteln, an den die Stadt Forderungen richten könnte.

Zur Erinnerung: Nach der Wende hatte eine Handelsgesellschaft das Gebäude an der Bahnstraße etwas hergerichtet und es als Markthalle mit den verschiedensten Anbietern genutzt. Das Geschäft funktionierte nicht lange. Die große Halle schloss. Der ungebremste Verfall begann. 2007 war dann kurzzeitig ein Investor in der Stadt aufgetaucht, der das Marktareal mit einem neuen Einkaufsmarkt bebauen wollte. Die Pläne zerschlugen sich aber, auch weil ein Niedrigpreismarkt im Zentrum nicht bei allen willkommen war. Jahrelang sah es dann so aus, als seien das verfallene und ausgebrannte Gebäude und Grundstück herrenlos.

Frucht- und Handelsgesellschaft Eigentümer der Markthalle?

Das scheint aber nicht zu stimmen. Wie der "Prignitzer" recherchierte, soll es der Kommune nach langwierigen Erhebungen gelungen sein, in den Grundbüchern eine Frucht- und Handelsgesellschaft mbH als Eigentümer von Markthalle und Gelände auszumachen. Auch wenn deren Geschäftsführer als rechtliche Vertreter in Person nicht (mehr) greifbar sind, hat die Kommune damit eine Adresse, an die sie ihre Forderungen richten kann.

Nach Informationen des "Prignitzers" strebt die Stadt wegen noch offener Forderungen nun eine Zwangsversteigerung der Immobilie an. Das sei der einzige Weg, um den Missstand an dieser für die Innenstadt bedeutenden Stelle zu beseitigen. Eine Bestätigung für die neueste Entwicklung gab es gestern bei der Stadt nicht.



Immer wieder Feuer

In den letzten Jahren kam es in der Markhalle immer wieder zu Bränden:

  • Am 8. Juni 2006 entzündeten drei Kinder, elf bzw. zwölf Jahre alt, mit Schaumstoff in einem der Räume.
  • Mit 25 Mann und vier Einsatzfahrzeugen rückte die Feuerwehr Anfang Dezember 2008 in die Karlstraße aus. In der Markthallen-Ruine leckten Flammen aus einem Auto, das augenscheinlich mal ein Kleintransporter war.
  • Einen weiteren Einsatz hatte die Feuerwehr am 5. März 2010, als die alte Markthalle wieder einmal brannte.
  • Ein ausgedehntes Flammenmeer erwartete die Kameraden, als sie am Samstag zur Halle ausrückten. Das Gebäude steht noch.
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