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Sie klären auf : Wie ein Zungenkuss funktioniert

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Erste Regionalgruppe von „Jugend gegen Aids“ in Perleberg gegründet

svz.de von
erstellt am 27.Mai.2015 | 22:00 Uhr

„Wie funktioniert ein Zungenkuss?“, „Was muss ich beim Kauf eines Kondoms beachten?“ und „Wie ansteckend sind Chlamydien wirklich?“ – diese und viele weitere Fragen will die Regionalgruppe der Prignitz vom Verein „Jugend gegen Aids“ ab sofort in einem offenen Austausch mit Schülern der siebten bis zehnten Klasse klären. Anfang des Monats gründete sich die Gruppe in Perleberg, die bislang auch die einzige im Nordwesten Brandenburgs ist. Die Regiosprecher Hendrik Imm, 16, aus Düpow sowie Erik Zander, 18, aus Dergenthin stellten ihr Projekt sowie ihre Ziele vor.

Was sonst im Biologieunterricht von einem Lehrer behandelt wird, soll in Kürze auch von der bisher vierköpfigen Regiogruppe aus der Prignitz unterstützt werden – die Sexualaufklärung. „Jugend gegen Aids“ ist eine bundesweite Initiative, die sich ehrenamtlich „auf Augenhöhe“ und ohne Zwang den Themen Geschlechtsidentität, Sexualität, Geschlechtskrankheiten und Verhütung widmet.

Geplant ist, dass die Prignitzer Regiogruppe in Workshops mit Schülern über ihre Sexualität spricht, sie aufklärt und ihre Fragen vor Ort, ähnlich wie das „Dr. Sommer-Team“ in der Jugendzeitschrift Bravo, beantwortet. „Jugendliche sind offener untereinander als vor einem Lehrer“, sagt Erik Zander. Aus diesem Grund wird der Lehrer auch aus den Workshops ausgeschlossen. Die Vertrauensbasis sei dadurch eine andere und Fragen zur eigenen Sexualität werden mit einer kleineren Hemmschwelle angesprochen, ist er der Meinung. Kennengelernt haben sich die beiden Regiosprecher im Kreisschülerrat Prignitz. Dort kamen sie mit der Initiative „Jugend gegen Aids“ das erste Mal in Kontakt und es reifte die Idee, auch in der Prignitz mit dieser Initiative aufklären zu wollen.

Inzwischen haben beide Regiosprecher schon die theoretische Ausbildung von „Jugend gegen Aids“ in Berlin absolviert, die eine Voraussetzung ist, einen Workshop in Schulen überhaupt halten zu dürfen. Vielfältige Themen zur Sexualität, zur Rhetorik und zum Umgang mit den Schülern haben dabei im Fokus gestanden.

Mittlerweile gebe es bereits erste Ideen für einen Workshop. „Wir planen einen Aktionstag im Oberstufenzentrum am Standort Wittenberge. Wann dieser aber genau stattfinden wird, können wir jetzt noch nicht sagen“, sagt Hendrik Imm. Das Interesse an Workshops sei von den Schulen in der Umgebung groß. So gibt es bereits Anfragen von Schulleitern, Biologielehrern oder auch Schülern von Schulkonferenzen.

„Wir sind auf der Suche nach neuen Mitgliedern“, sagt Hendrik Imm. Jeder der Interesse habe, die Gruppe ehrenamtlich zu unterstützen und sich für die Aufklärung in den Schulen einzusetzen, kann sich bei den Initiatoren melden.

 

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