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Biogas in Lenzen : Widerstand gegen Biogas wächst

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In Lenzen möchte sich morgen eine Bürgerinitiative gründen

Morgen um 19 Uhr wird sich entscheiden, ob es eine Bürgerinitiative (BI) gegen die geplante Biogasanlage geben wird. Horst Oppenhäuser aus Breetz hat die Initiative ergriffen, lädt ins Schützenhaus ein. „Spricht man mit Lenzener Bürgern, ist bei vielen Widerwillen und Misstrauen zu spüren“, sagt er. Zugleich teilt er nicht die Befürchtung vieler, dass eh nichts mehr zu machen sei.

„Geht da wirklich nichts mehr? Gibt es eine Baugenehmigung?“, fragt er. Aus seiner Sicht hätten Stadt und Investor im Vorfeld zu wenig informiert. „Ich bezweifle, dass es wirklich keine Belästigungen für Anwohner geben wird“, so Oppenhäuser. Mit Blick auf nah gelegene Wohnhäuser und Ferienwohnungen dürfe nichts unversucht gelassen werden, um eine Einschränkung der Lebensqualität zu verhindern.

Das gezeigte Interesse an dem Thema auf einer Bürgerversammlung zur Vorstellung der SPD-Kandidaten habe ihn dazu ermutigt, eine BI zu gründen. „In einer spontan ausgelegten Liste haben sich auf Anhieb 25 Bürger eingetragen. Morgen soll der nächste Schritt folgen“, sagt er. Ziel sei, genügend aktive Mitstreiter und Sympathisanten zu finden, das weitere Vorgehen zu erörtern.

Gegenüber unserer Zeitung versichern die Investoren, dass die Befürchtungen der Lenzener unbegründet sind. Viktor von Podbielski beantwortet als Sprecher die aufgeworfenen Fragen. „Die Baugenehmigung ist rechtskräftig“, sagt er. Das Amt für Emissionsschutz in Neuruppin habe keine Beanstandungen im Zuge des Genehmigungsverfahrens geäußert. Allerdings räumt von Podbielski ein, dass sich die geplante Anlage an den Bauplänen der vorherigen Investoren orientiert. „Für die von uns ursprünglich vorgesehene Anlage hätten wir einen neuen Bauantrag stellen müssen. Aus Zeitgründen wollten wir das vermeiden. Wir werden genau das tun, was genehmigt wurde“, sagt Viktor von Podbielski.

Wenn die Anlage arbeitet, soll es täglich nur acht Transporte geben. Die Lkw bringen Material zum Befüllen der Anlage und nehmen flüssige oder feste Substrate mit zurück. „Leerfahrten gibt es keine. Das wäre weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll“, so der Sprecher. Da die Transporte aus Richtung Wittenberge kommen, biegen sie noch vor der Stadt in Richtung Gewerbegebiet ab, so dass es innerstädtisch zu keinem zusätzlichen Verkehr kommen würde. Einzige Ausnahme wäre während der Erntezeit. „Der Agrarbetrieb Lanz/Lenzen plant einen eigenen Silo, den er zeitweilig nutzen möchte“, erklärt Podbielski.

Auch die Angst vor Gestank zerstreut er. „Wir produzieren in der Anlage Rohgas, das wir direkt ins Erdgasnetz einspeisen.“ Mit Ausnahme des Anrührbehälters gebe es es keine weiteren offenen Behälter. Ein unangenehmer Geruch sei lediglich im direkten Umkreis der Anlage wahrnehmbar. Podbielski verweist auf den vorherrschenden Westwind, der diesen Geruch noch weiter von der Stadt wegtragen werde.

Wer noch immer besorgt sei, der dürfe nach Wolfshagen kommen, sich dort eine Biogasanalge der Investoren anschauen. „Stadtverordnete haben da s bereits getan, wir laden Bürger ebenfalls ein. Den Termin müsste die Stadt organisieren“, sagt Podbielski.,

Einen möglichen Bautermin könne er noch nicht nennen. Grund seien laufende Verhandlungen mit dem Agrarbetrieb Lanz/Lenzen.


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erstellt am 15.Apr.2014 | 08:00 Uhr

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