Feuerwehrtagung in Wittenberge : Wertschätzung und Sicherheit

Sitzungsmarathon in der Alten Zellwolle: 77 Deligierte aus ganz Brandenburg beraten in der Elbestadt.
Sitzungsmarathon in der Alten Zellwolle: 77 Deligierte aus ganz Brandenburg beraten in der Elbestadt.

Feuerwehrleute fordern auf landesweiter Verbandskonferenz mehr Würdigung des Ehrenamts. Stefan Fuchs für langjährige Arbeit geehrt

von
19. November 2017, 21:00 Uhr

„Die Aufgaben der freiwilligen Feuerwehren haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“, betonte Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann am Rande der 20. Delegiertenversammlung des Landesfeuerwehrverbandes am Samstag in Wittenberge.

Immer mehr Einsätze binden die Kräfte von kleiner werdenden Ortswehren. „Das betrifft vor allem Türnotöffnungen, Tragedienste und die Beseitigung von Ölspuren. Diese zusätzlichen Tätigkeiten belasten nicht nur die Kameraden, sie führen auch zu wachsenden finanziellen Belastungen für die Kommunen als Träger des Brandschutzes“, konstatierte der Bürgermeister. Er verwies auf das Beispiel der Beseitigung von Ölspuren auf Straßen als eine der zusätzlichen und aufwendigen Aufgaben. Als erprobt werden sollte, diese Arbeit an Firmen zu vergeben, seien viele überrascht gewesen von den aufgerufenen Stundensätzen. Hermann plädierte dafür, dass Kommunen, Landkreise und Land gemeinsam nach Lösungen suchen, um einen angemessenen finanziellen Ausgleich für die zusätzlichen Aufwendungen der Gemeinden und Städte für Zusatzleistungen der Wehren zu finden.

Nachts raus zum Einsatz und früh gleich auf Arbeit erscheinen: Viele Kameraden würden die ihnen gesetzlich zustehenden Ruhezeiten nicht wahrnehmen, bemängelte Kreisbrandmeister Holger Rohde. Ihr Ehrenamt nehmen sie gerne wahr. Trotzdem sind die Brandenburger Blauröcke sich einig, dass zur Würdigung der Einsatzbereitschaft durchaus mehr Geld in die Hand genommen werden müsste. Etwa „indem man im Dienst befindliche Leute mit einer Prämie für Dienstjahre entschädigt. Was wir noch nicht wissen ist, woher soll das Geld kommen“, fasste Holger Rohde den Diskussionsstand im beschlossenen Positionspapier zusammen. Die klammen Kommunen als Brandschutzträger allerdings könnten diese Pämierung nicht leisten. Daher richte, so Rohde, der Feuerwehrverband sein Begehren auch an die Landespolitik. Denn Würdigungen machen ein Ehrenamt zusätzlich attraktiv. Bitter nötig ist dies, da die Prignitz sehr dünn besiedelt ist und der demografische Wandel hier etwas dynamischer ausfällt.

Noch ist der Altersschnitt in den Prignitzer Wehren nicht bedrohlich. „Mecklenburg-Vorpommern hat vor ein paar Jahren die Altersgrenze auf 67 angehoben. Wenn wir das tun, hätten wir dadurch allein nicht mehr Leute zur Verfügung. Die Feuerwehrunfallkasse vertritt die Meinung, wenn aktive Kameraden mit 65 aus dem Dienst ausscheiden müssten, sie aber noch fit sind, dann können sie im Dienst bleiben und haben trotzdem die Absicherung“, erläuterte Rohde die Forderung nach einem Ende starrer Altersgruppen-Bemessungen.

Die auf der Sitzung geäußerte Kritik an zu geringer Fachaufsicht in manchen Landkreisen Brandenburgs treffe auf die Prignitz so nicht zu, sagte Rohde. Vizeverbandspräsident Frank Klien (Oberhavel) hatte dies zuvor moniert. „Im Kreis bin ich als Kreisbrandmeister zugleich Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Durch diese Personalunion gibt es zwischen den Ämtern keine Informationsdefizite.“

Eine besondere Ehrung auf der Sitzung gab es noch für den stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwart Stefan Fuchs. Er erhielt das Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes in Bronze. „Er ist seit so vielen Jahren aktiv, früher als Kreisjugendwart, heute als Stellvertreter und Wehrleiter in Buchholz. Er organisiert weiter Kreisausscheide und Jugendlager. Es hat eindeutig den richtigen getroffen“, sagte Rohde. Er dankte auch der Alten Zellwolle für die reibungslose Bewirtung der Delegierten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen