Rück- und Ausblick der Perleberger Feuerwehren : Werkstatttermin für die Drehleiter

Hand in Hand ging es gegen das steigende Hochwasser der Elbe. 208 Kameraden der Perleberger Wehren waren im Juni hier im Einsatz.
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Hand in Hand ging es gegen das steigende Hochwasser der Elbe. 208 Kameraden der Perleberger Wehren waren im Juni hier im Einsatz.

Stadtwehrführer Thomas Gäde: „Leitervertretung“ für fünf Monate gesichert. Umrüstung der Wehren auf Digitalfunk fest für 2014 eingeplant.

svz.de von
17. Dezember 2013, 22:00 Uhr

Am 7. Januar geht die Drehleiter der Rolandstadt nach Karlsruhe, wird dort komplett instand gesetzt. 200 000 Euro sind dafür veranschlagt. Voraussichtlich Ende Mai soll sie dann wieder in Perleberg ihren Dienst aufnehmen. In der Zwischenzeit wird sie „vertreten“, gibt es eine Austauschdrehleiter für die Perleberger Wehr, ist von Stadtwehrführer Thomas Gäde zu erfahren. Und auch das ist bereits fest eingeplant: Alle mobilen Wehren der Stadt werden mit Digitalfunk ausgerüstet. „Im Juli soll dieser in die Fahrzeuge eingebaut werden. Das heißt auch, jeder Kamerad muss eine achtstündige Weiterbildung zum Digitalfunk absolviert haben.“

Fest eingetaktet seien die Blauröcke selbst bei den Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum. Sie werden einen Erlebnispunkt gestalten, voraussichtlich auf der Feuerwache. Zuvor aber findet am 10. Mai wieder der Stadtausscheid der Jugendwehren statt, „natürlich gemeinsam mit Wittenberge, wie auch der Stadtausscheid der Wehren am 24. Mai“, so der Stadtwehrführer mit Blick auf 2014. Da stehe auch ein eigenes kleines Jubiläum ins Haus: „Seit 15 Jahren sind wir mit unserem Jugendlager im Sommer Gäste des THW in Cumlosen.“ Ein Grund, dass das kommende einen Tick größer ausfallen soll. Ein weiterer: Das Hochwasser der Elbe im Juni diesen Jahres. Das Jugendlager, das man gemeinsam mit der THW-Jugend, den Nachwuchsblauröcken der Wittenberger Wehr und aus den Ortsteilen sowie der Partnerwehren immer durchführe, musste ausfallen.

Stichwort Hochwasser: „Eine ganz besondere Herausforderung auch für unsere Kameraden angesichts der teilweise brenzligen Situation, wo das Hochwasserlage an der Elbe mit 7,85 Metern eine neuen Rekordpegel erreichte“, räumt der Stadtwehrführer ein. Vom 5. bis 16. Juni waren 208 Kameraden aus den Wehren der Stadt und ihrer Ortsteile im Hochwassereinsatz vor allem in Wittenberge und Hinzdorf. „Sie haben alles gemacht, was notwendig war, Beleuchtung, Sandsäcke und Faschinen verbaut, Wasser gepumpt“, listet der Stadtwehrführer auf. Im Zwölf-Stunden-Wechselschichtdienst unterstützten zudem Führungskräfte die Wittenberger Einsatzleitung. „Faktisch haben wir da schon in der Praxis probiert, was derzeit erst gestrickt wird, ein Konzept, um bei Großschadenslagen die Nachbarn mit Führungskräften zu unterstützen“, so Gäde.

Für die Feuerwehren Perleberg, Wittenberge und Karstädt ist die Zusammenarbeit im Regionalen Wachstumskern (RWK) längst Alltag. In regelmäßigen Abständen treffen sich die Wehrführungen und die Verwaltungen, diskutieren Probleme, stimmen sich beispielsweise ab, wenn es um Ersatzbeschaffungen geht. „Seit drei Jahren führen wir gemeinsam mit Wittenberge den Stadtausscheid durch und seit zwei Jahren sind die Stationen in beiden Städten aufgebaut“, erläutert der Stadtwehrführer. Gemeinsame Grundausbildung der neuen Kameraden und mehrere gemeinsame Ausbildungstage der Wehren, so im Kreiskrankenhaus und an einem Abrissblock in Karstädt, wo Personenrettung, das Anleitern, Aufbau der Wasserversorgung und der Einsatz von Atemschutz trainiert wurden, seien bereits üblich. „Für den Fall des Falles haben wir eben nicht nur gemeinsam drüber geredet, sondern das gemeinsame Agieren trainiert.“

Zu etlichen Bränden wurden die Kameraden auch 2013 wieder gerufen, leisteten Unterstützung, so beim Hausbrand in Jagel, den Dachstuhlbrand in Bad Wilsnack oder als im Mai in Perleberg bei einer Firma Lkw in Flammen standen bzw. als es im August in einem Wohnhaus in der Lübzower Straße brannte. Eine Vielzahl der Alarmierungen waren auch wieder technische Hilfeleistungen. „Es gab zahlreiche Unfälle, darunter einen schweren, bei dem ein Motorradfahrer ums Leben kam.“ Und Gefahr in Verzug war in der Kita Dobberziner Straße und in der Grundschule „Geschwister Scholl“. Dorthin waren Bienenvölker ausgeschwärmt. „Ein bis zwei Einsätze dieser Art haben wir schon im Jahr, in diesem waren es sogar vier.“

Insgesamt sind die Einsatzzahlen in den einzelnen Wehren deutlich gestiegen. Hatte beispielsweise die FFw Perleberg im letzten Jahr 142 Einsätze sind es bereits Anfang Dezember 152. In diesem Zusammenhang würdigte Gäde die enorme Einsatzbereitschaft aller Kameraden.

Auch das ist dem Stadtwehrführer wichtig: Ein Dank an die Stadtverordneten und die Verwaltung. „Die Stadt hält noch einen Bereitschaftsdienst vor. So haben wir immer einen Ansprechpartner wenn es beispielsweise um Evakuierungen geht und dergleichen.“ Das sei längst nicht mehr überall die Regel.

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