Werft baut ein Wohnhaus fürs Wasser

<fettakgl>Stapelhub für das erste KeyWest-Wohnboot:</fettakgl> 'Dieser war zweifellos ein weiterer spannender Höhepunkt im  vergangenen Jahr', fand der Schiffbaumeister der Kiebitzberg-Schiffswerft Ulrich Ahrens.  <foto>privat</foto>
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Stapelhub für das erste KeyWest-Wohnboot: "Dieser war zweifellos ein weiterer spannender Höhepunkt im vergangenen Jahr", fand der Schiffbaumeister der Kiebitzberg-Schiffswerft Ulrich Ahrens. privat

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11. Januar 2013, 09:45 Uhr

Havelberg | Auf der Havelberger Kiebitzberg-Schiffswerft ist das erste dort gebaute schwimmende Wohnhaus zu Wasser gelassen worden. Auf dem Landweg erreichte es anschließend seinen Auftraggeber in Kiel.

Nach rund dreimonatiger Bauzeit hat die PonTOM Floßmanufaktur der Kiebitzberg-Schiffswerft ihr erstes großes Wohnboot in einer unter dem Namen "KeyWest" stehenden Baureihe präsentiert. Ganzjährig nutzbar, bietet es in insgesamt drei Kabinen - aufgeteilt in eine offene Wohnküche, ein Schlafzimmer sowie ein Kinder-/Gästezimmer - und einem Bad mit bodenebener Dusche, insgesamt 38 Quadratmeter Wohnfläche. Hinzu kommt als "2. Stock" eine 32 Quadratmeter große und teilweise überdachte Terrasse. Auch an Komfort fehlt es dem schwimmenden Wohnhaus nicht: "Das Objekt ist ein hundertprozentiges Wohnboot, das alles bietet, was zum Leben in den eigenen vier Wänden benötigt wird", sagt Florian Lewerken, der für die Gesamtleitung des Projektes verantwortlich zeichnete.

Auch wenn die auf 12,50 Meter Länge und fünf Meter Plattformbreite verteilten 38 Quadratmeter Wohnfläche bei genauer Betrachtung etwas klein wirken, weiß er aus etlichen Gesprächen mit verschiedenen Hausboot-Interessenten, dass es ihnen beim Wohnen auf dem Wasser nicht auf den großen Platz ankommt: "Mit der gefühlt grenzenlosen Freiheit direkt vor der Nase verliert die herkömmliche Vorstellung von Platz an Bedeutung, wird in anderen Dimensionen gedacht", erklärt er.

Mit dem KeyWest Wohnboot haben die Havelberger Schiffbauer ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Berliner Architekten Markus Bach verwirklicht.

"Er war federführend für das Design und die Außengestaltung des Hausbootes; die gesamte Konstruktion und verschiedene Detaillösungen sind auf der Havelberger Werft vorgenommen worden", berichtet der Projektleiter. Wie bereits beim Bau anderer Schiffe zahlte sich auch beim Hausboot die Einbeziehung aller Gewerke der Kiebitzberg-Unternehmensgruppe aus: Schiffbau, Möbelbau und Mineralwerkstoff-Verarbeitung.

Auf hohe Energiestandards (Infrarot-Heizsystem, Strom und Beleuchtung, komplett isolierte Wände und Böden) ist bei der Fertigung ebenfalls viel Wert gelegt worden. Als komfortable Lösung hat sich zudem der Antrieb mit einem Außenbordmotor bewährt. "Falls der Kunde später auf eine leistungsstärkere Variante umstellen möchte, lässt sich der Antrieb leicht umbauen", erklärt Florian Lewerken. Nach seinem Stapellauf ist das KeyWest-Wohnboot in den letzten Tagen auf dem Wasser "auf Herz und Nieren" getestet worden. Zerlegt in mehrere Hauptbestandteile wurde es per Tieflader in Richtung Kiel transportiert, wo der Auftraggeber für den Bau sein Zuhause hat.

Florian Lewerken wie auch die Geschäftsführer Renate und Andreas Lewerken sehen noch viel Potenzial für die verschiedenen PonTOM-Baureihen. Derzeit gebe es zum Beispiel Anfragen für ganze Wohnparks auf dem Wasser.

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