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Perleberger Feuerwehr : Werbung nimmt Gaffern die Sicht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Feuerwehrförderverein sponsert den Perleberger Kameraden vier Planen und wirbt auf jenen zugleich für Mitglieder

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Der Pieper ruft zum Einsatz: Hilfeleistung für den Rettungsdienst. Binnen weniger Minuten rückt die Feuerwehr aus. „An Ort und Stelle ist bereits der Rettungsdienst, aber eben auch viele Gaffer“, weiß Uwe Schleich, Mitglied der Perleberger Ortswehr und zuständig für Feuerwehr und Katastrophenschutz bei der Stadt. Doch Schaulustige beobachten nicht nur das Geschehen, immer öfters klicken Handys, werden gar Videos gedreht. So auch kürzlich bei dem Einsatz der Perleberger Ortswehr in der Bäckerstraße, wo eine Patientin unter Reanimationsbedingungen durchs Fenster und dann per Drehleiter zum Rettungswagen gebracht werden musste.

„Wir hatten nicht nur alle Hände voll zu tun, den Rettungsdienst zu unterstützen, sondern mussten auch noch für einen entsprechenden Sichtschutz sorgen, um die Persönlichkeitsrechte der Patientin zu wahren. Traurig, kann ich da nur sagen“, betont Uwe Schleich.

Ein Grund mehr für die Kameraden, Gaffern im wahrsten Sinne des Wortes die Sicht zu nehmen. „Wenn jene live dabei sein und helfen wollen, statt zu gaffen und uns womöglich noch im Wege stehen, dann sollen sie Mitglied in der Feuerwehr werden“, betont Uwe Schleich und sprich damit aus und an, was in den Kameraden vorgeht und was sie jetzt auch offen zeigen: „Nicht gaffen, Mitglied werden“, so lautet der Slogan auf dem Sichtschutz, den der Förderverein der Perleberger Ortswehr den Kameraden finanziert hat. Statt Decken sorgen jetzt Planen dafür, dass die Persönlichkeitsrechte des Hilfebedürftigen geschützt werden. „Vielleicht ist der Sichtschutz auch ein Weg, um den einen oder anderen zu bewegen, bei uns aktiv einzusteigen. Kameraden brauchen wir immer“, betont Uwe Schleich. Und Andreas Rohloff, Vorsitzenden des Fördervereins der Perleberger Ortswehr, fügt an: „Wenn die Leute schon weiße Flächen filmen und fotografieren, dann sollten wir das nutzen, um vielleicht auf eine etwas nicht alltägliche Art für uns Werbung zu machen.“ Und er lädt zugleich alle ein, dienstags, 19 Uhr, auf die Wache zu kommen. „Hier können sie hautnah erleben, vor welchen Aufgaben und Herausforderungen die Kameraden im Einsatz stehen.“

„Ich denke schon, dass die Planen mit dem Slogan ihren Zweck erfüllen – zum einen als Sichtschutz, zum anderen appellieren sie an die Vernunft der Menschen und erregen sicher auch Aufmerksamkeit für die Arbeit der Wehr“, so Uwe Schleich.

Bei allen positiven Aspekten hoffen die Kameraden dennoch, dass sie die vier neuen Planen nicht oft einsetzen müssen.

 

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