Werben um die besten Schulabgänger

Bitte lächeln: Viele nutzten die Chance, bei Fotograf Ralf Podiebrad gratis exklusive Bewerbunsgfotos anfertigen zu lassen.
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Bitte lächeln: Viele nutzten die Chance, bei Fotograf Ralf Podiebrad gratis exklusive Bewerbunsgfotos anfertigen zu lassen.

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14. November 2010, 06:39 Uhr

Perleberg | Einen "Guten Abend" wünscht Bildungsminister Holger Rupprecht noch irrtümlich, als er die Messe in der Rolandhalle Perleberg am Sonnabendvormittag eröffnet und sorgt gleich für heiteres Lachen. Bezogen auf die Berufsstartermesse "Go!", die ihre 10. Auflage feierte, hätte es nicht passender sein können. Denn wer sich als Schulabgänger zu spät um seine berufliche Zukunft kümmert, hat möglicherweise das Nachsehen. Ziel der Messe ist es, Schüler schon frühzeitig für einen Beruf zu interessieren, Perspektiven vor Ort zu zeigen.

So war es vor zehn Jahren, als niemand ahnen konnte, dass sich die Messe so etablieren würde und so war es auch am Sonnabend. Über großen Zulauf konnten sich etliche Stände freuen, besonders gut besucht war der Stand der grünen Berufe. "Ich denke es liegt daran, dass Berufe in der Landwirtschaft sehr vielseitig sind", erklärt Marina Maaß, von "Landaktiv". Viele würde die große moderne Technik reizen und das Entwicklungspotenzial. Das Niveau des Landwirtes sei aber auch gestiegen, gibt sie zu Bedenken. Noten in Deutsch, Mathe und den Naturwissenschaften nicht schlechter als Note 3 seien heutzutage die Anforderungen.

Nancy Kretschmer ist 14 Jahre alt und besucht mit ihren Eltern die Messe. "Ich würde gerne etwas mit Tieren machen oder auch im gesundheitlichen Bereich", erklärt sie ihre Berufsvorstellungen. Für einen guten Ausbildungsplatz würde sie deshalb auch weggehen von Zuhause. Ihren Eltern ist das recht. "Wir können sie hier nicht halten, ich musste für meine Ausbildung auch in die Fremde gehen", sagt Vater Maik Kretschmer.

Überhaupt ist es an diesem Tag ein Werben um Schüler und künftige Lehrlinge. Um die Mittagszeit lockt ein herzhafter Duft nach kleinen Pizzabroten und Appetithäppchen die Besucher an den Stand vom "Mecklenburger Bäcker". Bei der Gelegenheit kann Azubi Dominik Scharf interessierte Bäckerlehrlinge ansprechen. Mit der schwierigen Bewerbersituation hat auch das Unternehmen zu kämpfen. "Viele kommen nicht pünktlich zur Arbeit, sind nicht motiviert", beschreibt er. Die Suche sei schwieriger geworden. Dabei schaue man schon nicht genau auf die Noten, sondern gebe jedem eine Chance.

Neben mittelständischen Unternehmen, ist auch die Fachhochschule Neubrandenburg aus Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Sie buhlt um künftige Studenten.

Die Resonanz der Unternehmen auf der Messe war positiv. Viele Arbeitgeber lernten Lehrlinge bereits auf vorher gegangenen Berufsstartermessen kennen. So auch der Versicherer "Debeke". Das Unternehmen lockt künftige Auszubildende mit einer Übernahmegarantie. "Wir suchen krampfhaft Nachwuchs", sagt Versicherungsfachmann Jörg Zühlke. In den Berufen zum Versicherungsfachmann gebe es Bedarf. Es sei schwieriger geworden geeignete Bewerber zu finden - trotz der Übernahmegarantie. Auf der diesjährigen Messe ist er vielleicht wieder fündig geworden.

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