SCHULLANDHEIM LENZEN : Wer wird für die Kinder kochen?

Auch die Kita „Zappelzwerge“ in Lenzen würde das Mittagessen gern weiter aus dem Schullandheim beziehen.
Auch die Kita „Zappelzwerge“ in Lenzen würde das Mittagessen gern weiter aus dem Schullandheim beziehen.

Kitas und Schulen suchen Nachfolger für das Schullandheim / Mögliche Interessenten könnten sich Betrieb der Einrichtung vorstellen

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06. Juni 2016, 21:00 Uhr

250 Mittagessen fehlen nach derzeitigem Stand ab November, denn dann wird das Schullandheim in Lenzen mit seiner Küche geschlossen sein. Schulen und Kitas haben noch keinen neuen Versorger, hoffen aber bald einen zu finden.

Nachdem der Verein Kinderland Elbtalaue e.V. seine Auflösung und die damit verbundene Einstellung des Geschäftsbetriebes für das Schullandheim angekündigt hatte (wir berichteten), läuft die Suche nach einem Nachfolger auf Hochtouren. Nach Informationen unserer Zeitung ist die Betriebsgesellschaft der Rinderzucht Lanz-Lenzen AG als Eigentümerin des Schullandheimgeländes guter Hoffnung auf einen reibungslosen Weiterbetrieb der Jugend- und Freizeiteinrichtung. Man sei mit zwei Interessenten in Verbindung.

Während der eine Bewerber den Weiterbetrieb der Küche anstrebt, hat der andere Interesse an der Übernahme des Übernachtungsbereiches. Auch eine Komplettübernahme sei möglich. Nähere Einzelheiten wollte die Geschäftsleitung des landwirtschaftlichen Unternehmens aber noch nicht preisgeben.

Die betroffenen Einrichtungen geben sich derweil noch entspannt. „Wir warten erstmal ab, werden jetzt nicht die Pferde scheu machen. Bis zum 31. Oktober beziehen wir unser Schulessen weiter vom Schullandheim“, sagt Schulleiterin Regina Bludovsky. „Ich bin zuversichtlich, dass es für die Zeit danach eine Lösung gibt“, ergänzt sie.

Laut Sabine Döpel, Rektorin der Gijsels-van-Lier-Grundschule Lenzen, hat der Vorstand des Schulverbandes einen Beschluss bezüglich der weiteren Essenversorgung an ihrer Einrichtung zunächst vertagt. „Ziel ist eine Entscheidung bis Ende Juni“, sagt Sabine Döpel und verspricht, dass spätestens bis zum Beginn des neuen Schuljahres eine Alternative gefunden sei.

Marita Sachtleben von der Kita berichtet von einem Treffen mit einem der Schullandheim-Interessenten. Bis Juli soll eine Entscheidung gefällt werden. „Wir würden natürlich gern in Lenzen und bei der Küche des Schullandheimes bleiben“, sagt die Leiterin der privat geführten Kindertagesstätte „Zappelzwerge“ in Lenzen. Auch in der kommunalen Kita „Abenteuerland“ in Lanz habe man sich „natürlich so seine Gedanken gemacht. Letztendlich wird die weitere Essensversorgung über das Amt geregelt“, erzählt Kita-Leiterin Annette Weber.

Dies bestätigt auch Regine Rathke, Sachbereichsleiterin für Schulen und Kitas im Amt Lenzen-Elbtalaue. „Wir sind auf der Suche und führen Gespräche. Es wird einen Nachfolger geben. Mehr kann ich zum derzeitigen Stand noch nicht sagen“, so Regine Rathke.

Hauptgrund für die Schließung sei der Rückgang an Übernachtungsgästen. 6500 gab es im Jahr 2008, für dieses Geschäftsjahr sind bisher nur rund 3300 angemeldet. Zu wenig für einen wirtschaftlichen Betrieb, befand der Verein Kinderland Elbtalaue. Die Einnahmen decken nicht mehr die laufenden Kosten. Den vier Angestellten und zwei Saisonkräften werde gekündigt.

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