Feuerwehren bad wilsnack/weisen : Wer soll künftig am Steuer sitzen?

Kreisbrandmeister Holger Rohde (2. v. r.) überreichte der Bad Wilsnacker Feuerwehr einen mobilen Rauchvorhang.
Kreisbrandmeister Holger Rohde (2. v. r.) überreichte der Bad Wilsnacker Feuerwehr einen mobilen Rauchvorhang.

Feuerwehr-Führerschein war ein Thema beim Führungskräfteseminar der Amtswehren am Wochenende in Grube. Vom Kreisbrandmeister gab es einen Rauchvorhang für die Wilsnacker Kameraden.

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03. Februar 2014, 22:00 Uhr

Ein mobiler Rauchvorhang hilft, Brandrauch wesentlich besser zu kontrollieren. Im besten Fall kann er Leben retten. Einen solchen Verschluss kann nun auch die Bad Wilsnacker Feuerwehr ihr Eigen nennen. Kreisbrandmeister Holger Rohde überreichte ihn Amtsbrandmeister Roland Muntau am Sonnabend auf dem Führungskräfteseminar für Kameraden der freiwilligen Feuerwehren des Amtes Bad Wilsnack/Weisen in Grube. Spendiert hat den Vorhang die Feuersozietät Berlin-Brandenburg. Neben Bad Wilsnack bekamen auch die Brandschützer aus Wittenberge, Perleberg und Lenzen je einen mobilen Rauchverschluss.

„Wir können ihn wirklich gut gebrauchen. Insbesondere bei Einsätzen in großen Einrichtungen wie Seniorenheimen oder Krankenhäusern sind solche Vorhänge eine große Hilfe und können Schlimmeres verhindern“, sagt Muntau. Der Vorhang besteht aus einem nicht brennbaren Tuch, das an einen Türrahmen gespannt wird und so kaum Rauch hindurchdringen kann – selbst, wenn die dahinterliegende Tür geöffnet ist.

Das Seminar in Grube wurde vor allem genutzt, um über aktuelle Probleme zu sprechen. Dazu gehört der sogenannte Feuerwehr-Führerschein für Einsatzfahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen und darüber hinaus. Da seit 1999 Erwerber von Pkw-Führerscheinen keine Fahrzeuge mehr zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen führen dürfen, stehen die freiwilligen Feuerwehren vor massiven Problemen, wenn deren Fahrzeuge zu schwer sind. Zwar hat der Bundestag vor zwei Jahren ein Gesetz verabschiedet, wonach Kameraden spezielle Fahrberechtigungen für Einsatzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen erhalten können, doch im Amt Bad Wilsnack/Weisen hat diese Schulung noch niemand durchlaufen. „Das Problem ist hier, dass unsere eigenen Kameraden ihre Kollegen ausbilden müssen. Wenn dabei irgendetwas passiert, muss der Ausbilder dafür haften. Das Risiko will niemand eingehen“, so Roland Muntau. Der reguläre Führerschein für diese Fahrzeugklasse ist hingegen zu teuer, komme daher auch nicht in Frage.

Noch sei die Situation im Amt nicht gravierend, macht Muntau deutlich. „Wir haben noch genügend Fahrer für unsere schweren Löschfahrzeuge. Aber in ein paar Jahren sieht das anders aus, deshalb muss hier eine Lösung gefunden werden.“

Ein Novum gibt es im Bereich der Jugendarbeit: So wurde auf dem Seminar entschieden, dass für die zehn Jugendwarte der Amtswehren ein erweitertes Führungszeugnis beantragt wird, das seit kurzem bundesweit alle Jugendbetreuer vorlegen müssen. „Es ist eine Form der Absicherung“, so Muntau. Mit dem Zeugnis sollen einschlägig Vorbestrafte von Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe ferngehalten werden.

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