Landkreis fragt Bürger: : Wer entsorgt seinen Müll wie?

Die Einführung einer Biotonne ist nur ein Thema, was in dem Fragebogen berührt wird.
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Die Einführung einer Biotonne ist nur ein Thema, was in dem Fragebogen berührt wird.

Ergebnisse sind eine Grundlage für das künftige Entsorgungssystem und die Höhe der Gebühr.

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13. November 2014, 08:00 Uhr

In diesen Tagen erhalten 45 000 Haushalte und Firmen in der Prignitz Post vom Landkreis. Darin werden die Empfänger gebeten, ihre persönlichen Methoden der Abfallentsorgung zu offenbaren. Das Ergebnis hat Einfluss auf die künftige Entsorgung im Kreis und damit auch auf die Höhe der Müllgebühr, erklärt der Sachbereichsleiter Andreas Much.

In der Abfallwirtschaft spricht er von der „Ruhe vor dem Sturm“. Mehrere gesetzliche Änderungen stehen an, so ist ab Januar 2015 beispielsweise bundesweit die Biotonne vorgesehen, Details zu ihrer Einführung bleiben den Ländern vorbehalten. „Wir müssen uns diesem Thema stellen, fragen deshalb ja auch, wer seine Küchenabfälle wie entsorgt“, sagt Much.

Vor diesem Hintergrund gab der Kreis eine Sortieranalyse in Auftrag. Der gesammelte Restmüll wurde sortiert nach Region auf Bioabfall untersucht. Die Ergebnisse werden im Frühjahr vorgestellt, kündigt Much an.

Bis dahin sei auch der Fragebogen ausgewertet. „Wir hoffen auf die Ehrlichkeit der Bürger“, sagt Much. Wer seinen Grünschnitt verbotenerweise im Wald entsorgt, sollte das angeben. Wer seinen Schrott bei illegalen Sammlungen vor die Tür stellt, sollte auch das nicht verschweigen. Die Umfrage erfolgt daher ganz bewusst anonym, niemand müsse Konsequenzen befürchten.

Mehrfachantworten sind zulässig, in diesem Fall könne man hervorheben, welche der zwei angekreuzten Entsorgungsvarianten die häufigere ist. Zusätzlich gibt es unter Punkt VI die Möglichkeit, Erklärungen oder Hinweise schriftlich zu formulieren. Andreas Much bittet darum, davon gegebenenfalls Gebrauch zu machen.

Der Fragebogen ist zugleich eine Bestandsaufnahme, wie das jetzige kreisliche Entsorgungsangebot genutzt werde und wie zufrieden die Bürger damit sind. Es gibt die Möglichkeit, Wünsche zu äußern, beispielsweise den nach einer Bio- oder Wertstofftonne. Letztere setze der Gesetzgeber immer wieder auf die Tagesordnung, aber zeitlich gesehen sei die Biotonne aktueller.

Im nächsten Jahr will die Verwaltung mit den Kreistagsabgeordneten über das Entsorgungskonzept ab 2016 beraten. Dann werde auch eine Entscheidung über die mögliche Einführung der Biotonne gefällt, kündigt Much an. Sie könne ein freiwilliges oder ein Pflichtangebot werden, alternativ sei es möglich, zusätzlich öffentliche Möglichkeiten der Entsorgung von kompostierbaren Abfällen zu schaffen.

Klar ist, dass jede Änderung des Entsorgungssystems Auswirkungen auf die Höhe der Müllgebühr haben wird. Über die wird ebenfalls im nächsten Jahr für den Zeitraum 2016/17 entschieden. Auf dem Fragebogen kann sich jeder dazu äußern, ob er bereit ist, für zusätzliche Leistungen eine höhere Gebühr zu zahlen oder nicht. Die Bögen müssen bis zum 5. Dezember an den Landkreis zurückgesandt werden. Ein frankierter Umschlag liegt der Sendung bei.


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