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Falsche Ausschilderung : Wenn Schilder ins Nichts führen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Dörpkrog in Abbendorf hat zu, wird aber in der Region noch beworben. Der Tourismusverband will reagieren

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Eigentlich sollen Werbeschilder die Touristen in der Prignitz auf besondere Angebote hinweisen. Dazu gehören auch die zahlreichen Gaststätten. Doch wer ausgehungert oder durstig in Klein Lüben das Schild des Dörpkrogs an Diek im zwölf Kilometer entfernten Abbendorf entdeckt und sich auf eine Stärkung freut, wird jäh enttäuscht. Denn der Dörpkrog ist seit Ende vergangenen Jahres geschlossen.

Kann so etwas die Reisenden in der Tourismusregion Prignitz nicht verärgern? „Natürlich. Deswegen muss das Schild schnellstmöglich abgebaut werden“, betont Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbands Prignitz, auf Anfrage. Bis die Saison richtig losgeht, müsse der Hinweis verschwunden sein. „Nichts ist schlimmer, als einem Schild zu folgen und dann vor verschlossener Tür zu stehen“, so Neumann, der für jeden Hinweis auf alte Werbeschilder dankbar ist. „Schließlich können unsere Mitarbeiter nicht überall sein und wenn sich jemand bei uns meldet, ist das auch ein Zeichen dafür, dass die Region den Tourismus lebt.“

Veraltete Werbung stehe laut Neumann nicht nur in den Gemeinden, sondern auch entlang der Radwanderwege, wie zum Beispiel am Gnevsdorfer Wehr. Darauf reagiert der Tourismusverband Prignitz mit einer einheitlichen Beschilderung entlang der Routen. Das Konzept wurde im Jahr 2013 mit dem Brandenburger Tourismuspreis ausgezeichnet. „Unter den Kartenausschnitten befinden sich an insgesamt 132 Knotenpunkten sogenannte Leistungsschienen. Auf denen steht, welche Angebote es wo gibt – inklusive Telefonnummer und Internetadresse, damit man sich per Smartphone gleich informieren kann“, erläutert Neumann. „Besonders im Internet müssen die Öffnungszeiten aktuell sein. Denn viele Reisende nutzen das Netz als Informationsquelle“, weiß Neumann. Als Negativbeispiel kann hier das Kranhaus in Wittenberge dienen, das seit Ende 2015 geschlossen ist. Noch immer erweckt der Internetauftritt den Eindruck, das Haus würde betrieben.

Die sogenannten Leistungsträger, die auf den Infotafeln entlang der Radwege verewigt sind, zahlen jährlich eine Gebühr von zehn Euro. „Wir kontaktieren die Einrichtungen einmal pro Jahr, um die Angaben aktuell zu halten“, macht Uwe Neumann deutlich.

Um einen Überblick über die touristischen Angebote entlang der 1100 Streckenkilometer zu wahren, laufen die Fäden bei Carola Krakow zusammen. Sie ist Radwegekoordinatorin beim Tourismusverband Prignitz. „An diesen 132 Knotenpunkten sind rund 150 Restaurants, Cafés, Hofläden, Übernachtungsangebote oder Campingplätze eingetragen. Weiterhin sind insgesamt 220 Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel Museen, Parks, sowie Fahrradservice und Infostellen aufgelistet“, erläutert Carola Krakow.

Grundsätzlich seien die Gewerbetreibenden selbst für ihre Schilder verantwortlich, sagt Gerald Neu, Leiter des Ordnungsamts Bad Wilsnack/Weisen. „Im Fall des Dörpkrogs werden die ehemaligen Betreiber wohl vergessen haben, die Werbung zu entfernen. Wir werden in der Bürgermeisterberatung darüber sprechen.“ Zwar sei es möglich, dass Mitarbeiter seines Amtes veraltete Schilder entfernen. „Das ist aber aufwändig, weil sie in der Region verteilt sind.“ Deswegen sei er für Hinweise dankbar. Neu erklärte weiter, dass es für Touristen irreführend sei, wenn auf Restaurants hingewiesen werde, die es gar nicht mehr gibt. „Die Gefahr, Reisende zu enttäuschen, ist groß. Das soll natürlich nicht passieren.“

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