Eichenprozessionsspinner : Wenn Raupen zur Plage werden

Familie Milstrey aus Quitzöbel leidet unter dem Eichenprozessionsspinner. Das Bild zeigt Ausschlag, die so genannte Raupendermatitis, beim Kind, auch die Eltern sind davon betroffen.
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Familie Milstrey aus Quitzöbel leidet unter dem Eichenprozessionsspinner. Das Bild zeigt Ausschlag, die so genannte Raupendermatitis, beim Kind, auch die Eltern sind davon betroffen.

Befallene Bäume unbedingt melden / Familie in Quitzöbel leidet unter den allergieauslösenden Härchen des Eichenprozessionsspinners

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15. Juli 2014, 07:51 Uhr

Der Eichenprozessionsspinner in der Prignitz hat die Bekämpfungsaktion vielerorts überlebt. Das spüren in diesen Tagen Anwohner und Besucher der Region. Besonders betroffen sind Flächen im Amt Bad Wilsnack/Weisen. Wütend und frustriert wandte sich unser Leser Robert Milstrey aus Quitzöbel an die Redaktion. „Ich hoffe, Sie können mir helfen“, schreibt er. Eichen an der Landesstraße direkt neben dem Ortsschild seien in den vergangenen Jahren nicht besprüht worden. „Bis zu diesem Jahr hatten wir auch keine Probleme mit den Raupen, aber nun haben wir und unsere Kinder seit Wochen Ausschlag“, sagt er. Die beigefügten Fotos zeigen das sehr deutlich.

Mit eigenen Ersparnissen müsste die Familie nun die Raupen auf ihrem Grundstück bekämpfen. Dabei handele es sich um 13 Bäume. Robert Milstrey fragt, wer die Verantwortung für die Gesundheitsgefahr seiner Familie und Nachbarn sowie für die anfallenden Kosten übernimmt. Wir fragten beim Landkreis nach. Grundsätzlich gilt auch in diesem Fall: Eigentum verpflichtet. Jeder Bürger habe selbst dafür Sorge zu tragen, dass von seinem Eigentum keine Gefahr ausgeht, erklärt Dr. Sabine Kramer, zweite Beigeordnete des Landrates. Insofern sei es richtig, dass die Familie für die Kosten für das Besprühen von Bäumen auf ihrem Grundstück selbst aufkommen müsse.

Zugleich macht Kramer aber deutlich, dass befallene Bäume sofort den Kommunen gemeldet werden sollten. „Nur dann können wir sie in unseren Planungen berücksichtigen und überfliegen“, erklärt sie. Dabei gehe der Kreis finanziell in Vorleistung. Gegenwärtig würden die Kosten für die Bekämpfung in diesem Jahr ermittelt, anteilig auf die Kommunen umgelegt. „Die Kommunen müssen dann entscheiden, ob sie allein zahlen oder die Eigentümer der Bäume in die Pflicht nehmen“, so Kramer.

Die Kosten im Zuge der kreisweiten Aktion sind nicht immens. „Aus der Luft sind es rund 15 Euro pro Baum, zehn vom Boden aus.“ Wer privat selbst eine Firma zur Bekämpfung beauftragt, müsse deutlich mehr zahlen und auch das Absaugen der Raupennester sei teuerer. Kramer weist nochmals darauf hin, jetzt befallene Bestände zu melden. Bis 1. Oktober möchte der Landkreis eine Übersicht haben, um für das nächste Jahr planen zu können.


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