Zu Gast in Kreismusikschule Prignitz : Wenn 35 Querflöten erklingen

Es ist schon etwas Besonderes, wenn so viele Flötisten gemeinsam musizieren.
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Es ist schon etwas Besonderes, wenn so viele Flötisten gemeinsam musizieren.

… dann treffen sich wieder Berliner und Prignitzer Musikschulschüler zum Workshop, der stets mit einem Konzert endet

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01. Dezember 2014, 06:45 Uhr

Die einen kommen aus Berlin, die anderen sind in der Prignitz zu Hause. Die Rede ist von knapp 35 Musikanten, die das Flötenspiel vereint. Alle zwei Jahre treffen sie sich – kommen die Berliner nach Perleberg oder die Prignitzer reisen in die Hauptstadt, genauer nach Weißensee. An der dortigen Musikschule „Béla Bartók“ unterrichtet Heike Berndt. Sie und Andrea Westphal von der Kreismusikschule Prignitz haben zusammen studiert. So entstand vor vier Jahren die Idee: Komm’, lass uns doch mal was gemeinsam machen.

Am Wochenende war es wieder so weit – Flötenworkshop in der Kreismusikschule. Mit dabei auch Vera Vollmer (55). Seit sie 14 war ist die Querflöte ihr Instrument. Seit vielen Jahren musiziert sie im Orchester der Kreismusikschule Prignitz mit. Ein Leben ohne Musik – schwer vorstellbar für sie. Sich einzuordnen, zusammenzuspielen egal ob klein oder groß, das reize sie vor allem an diesem Workshop. „Man ist eine unter vielen, sitzt mitten unter der Jugend. Das macht einfach Spaß, ist ein tolles Gefühl.“

Ronja (7) aus Berlin hat die Mutti überzeugt, ein Instrument zu erlernen. „,Du wirst später mal stolz sein, wenn du eins spielen kannst, hat sie gesagt“, erzählt die Kleine. Inzwischen mache ihr die Sache Spaß, auch „wenn ich manchmal lieber spielen als proben würde“, gesteht sie. Freundinnen habe sie in der Musikschule noch keine, „die beiden Mädchen der Familie, wo ich jetzt schlafe, sind meine Freundinnen.“ Ganz in Familie sind die 13 kleinen und großen Berliner Flötisten in Perleberg untergebracht. Und die Eltern und Geschwister auf Zeit kümmern sich rührend um ihre Gäste, sorgen auch für Frühstück, Abendbrot und für etwas Stärkung zwischendurch. „Zum Mittag wird Pizza für alle bestellt“, berichtet im Vorbeigehen eine Mutti.

Im Konzertsaal im Hagen gibt Sarah den Einsatz. Seit sie fünf war musiziert sie in der Kreismusikschule. Inzwischen ist sie selbst Mutti und Klein-Milia, in vier Wochen wird sie ein Jahr alt, ist beim Workshop mit dabei. „Bei uns ist alles recht familiär“, sagt Sarah schmunzelnd. Ein Grund, warum es die junge Frau immer noch hierher und zu ihrer einstigen Lehrerin Andrea Westphal zieht. „Sie hat uns faktisch die Flötentöne beigebracht“, fügt Lysann an und lacht.

Fast zehn Jahre besuchte auch sie die Kreismusikschule und das überaus erfolgreich. Als Quartett wurden sie unter anderem Sieger bei Jugend musiziert. Heute studiert die junge Perlebergerin Medizin und wird im Universitätsorchester Lübeck demnächst mitmusizieren. Doch wenn sie zu Hause ist, es sich terminlich einrichten lässt, dann trifft man sie in der Kreismusikschule an.

An diesem Wochenende helfen Sarah und Lysann ihrer einstigen Lehrerin, denn immerhin müssen fast 35 Querflöten sprichwörtlich unter einen Hut gebracht werden, Einsteiger wie Fortgeschrittene und richtige Könner. Einige sind noch absolute Eleven auf dem Instrument, wie Hanna (9) aus Perleberg. Seit zwei Monaten ist sie dabei und das mit Feuereifer. „Wir haben eigens für Anfänger Stimmen umgeschrieben, so dass sie spielen, was sie können“, erläutert Heike Berndt. Denn Motivation und das Zusammenspiel in einem so großen Kreis, das mache den Workshop aus.

Ein Konzert bildet stets den Abschluss, für Hanna war es am Sonntag das erste vor großen Publikum. Und sie hat es toll gemacht, wie auch die anderen.

Wenn in zwei Jahren dann in Berlin über 30 Querflöten aufspielen, dann ist wieder Workshop in der Musikschule.


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