Feuerwehr pritzwalk : Weniger Nachwuchs rückt nach

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Die Stadt Pritzwalk investiert etwa 100 000 Euro jährlich in die 14 Feuerwehren der Stadt.

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05. April 2017, 12:00 Uhr

Was würden die Menschen wohl sagen, wenn sie die 112 wählen, aber keine Feuerwehr kommt, um in den verschiedensten Gefahrensituationen zu helfen? „Wir arbeiten ständig daran, dass genau dieser Fall nicht eintritt“, sagt Stadtbrandmeister Volker Lehmann. Die Feuerwehr der Stadt verteilt sich auf 14 Standorte, an denen 330 Männer und Frauen aktiv sind, um im Ernstfall helfen zu können. „Die Altersstruktur steigt immer weiter an und irgendwann wird es vor allem in den Ortsteilen eng werden, weil von unten kaum noch neue Einsatzkräfte nachkommen. So haben die Feuerwehren eine Sollstärke von 12 aktiven Einsatzkräften. In einigen Orten wie Sadenbeck, Beveringen und Pritzwalk sei das kein Problem, in den kleinen Orten schon eher. Dennoch arbeite man ständig an der Aus- und Weiterbildung der Kameraden. So waren jüngst Pritzwalker Feuerwehrleute in Lübeck, um in einem Brandhaus den Einsatz von Atemschutzgeräten und Menschenrettung zu trainieren. „Natürlich müssen wir die Kameraden auch entsprechend ausrüsten. Denn sie alle sind ehrenamtliche Kräfte und wir als Kommune müssen alles tun, um sie zu schützen“, sagt Ronald Thiel, stellvertretender Bürgermeister. So gebe Pritzwalk jährlich etwa 100  000 Euro im Bereich Brandschutz aus. Das Geld werde in neue Schutzausrüstung, in Geräte sowie die Unterhaltung von Fahrzeugen und Gebäuden investiert. Davon allein 22 000 Euro in diesem Jahr nur für neue Schutzkleidung. „Wir hoffen, dass zum Jahresende auch für die Feuerwehr Sadenbeck das neue Einsatzfahrzeug geliefert werden kann. Für die Pritzwalker Wehr haben wir einen neuen Anhänger beschafft, der einen alten Schlauchwagen ablöst.“

Klar sei aber auch, so Peter Gronau, langjähriger Wehrführer in Pritzwalk und Mitarbeiter im Bereich Brandschutz, dass nicht alle Wünsche sofort erfüllt werden können. So werden zunächst die Atemschutzgeräteträger neue Ausrüstung und Helme bekommen. Durch gemeinsame Übungen der Feuerwehren werden auch Kameraden aus anderen Wehren an den Geräten und der Technik in Pritzwalk trainiert. Selbst über die kommunalen Grenzen hinaus arbeite man mit den Wehren zusammen. Denn nach der Alarm- und Ausrückeordnung werden immer mehrere Wehren alarmiert.

An die Arbeitgeber in der Region appelliert Lehmann, die Kameraden bei einer Alarmierung frei zu stellen und zum Einsatz zu lassen. Denn vor allem am Tage zähle jeder Mann und jede Frau. „Man darf dabei nicht vergessen, dass es einen auch selbst mal betreffen kann und man dann froh ist, wenn noch jemand kommt, wenn der Notruf gewählt wurde“, sagt Lehmann.

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