Hintergrund : Weniger Nachwuchs bei Störchen

Die Grafik verdeutlicht  die Verteilung des Weißstorches in der Mark.
1 von 1
Die Grafik verdeutlicht die Verteilung des Weißstorches in der Mark.

Im Land Brandenburg bietet sich ein differenziertes Bild. Anteil der erfolgreich brütenden Paare wird langfristig als stabil eingeschätzt

svz.de von
27. Juli 2015, 09:00 Uhr

Die Befürchtungen der Experten haben sich bewahrheitet: Brandenburger Störche haben in diesem Jahr zu wenig Nachwuchs aufgezogen. Die Eltern fanden nicht genügend Futter, wie der brandenburgische Storchenbeauftragte des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Bernd Ludwig, am Samstag sagte. Weil immer mehr Raps und Mais angebaut wird, fehlten zunehmend feuchte Wiesen für die Störche, sagte der Experte. Allerdings bietet sich in der Mark ein differenziertes Bild.  Die besten  Jungenzahlen finden sich in den  Niederungsgebieten der Flüsse  sowie im Spreewald –  deutlich zu geringe  Nachwuchszahlen  sind hingegen in den ländlichen Regionen (Ackerbaugebiete) zu verzeichnen. Rund ums Europäische Storchendorf Rühstädt sei es keinesfalls so, dass die Jungen  aufgrund der ausgeprägten Frühjahrstrockenheit und der niedrigen Wasserstände in den Flüssen Hunger litten. Hier  tragen  in solchen Situationen das gute Zusammenspiel mit den regionalen Landwirten sowie das Wassermanagement   Früchte, wie der ehrenamtliche Prignitzer Nabu-Weißstorchbetreuer Falk Schulz am Wochenende beim  29. Rühstädter Storchenfest äußerte. Ungewöhnlich sei in diesem Jahr, neben der Wasserknappheit, der sehr langgezogene Ankunftszeitraum der Weißstörche - von Ende Februar bis Ende Mai. „Ein entsprechend unterschiedliches Bild bot sich uns  bei der Beringungsaktion im Juni in den Horsten“, ergänzt Falk Schulz. Eine Fünfer-Brut gebe es  dieses Jahr in der Prignitz  nicht, lediglich einige Vierer-Bruten. Allerdings sei der Anteil der Paare ohne Nachwuchs auch nicht größer als sonst. 

Landesweit sei der Brutbestand langfristig stabil, schwanke aber jährlich um bis zu  200 Brutpaare. Bundesweit registriere man  laut Potsdamer Umweltministerium in den westlichen Bundesländern zunehmende, in den östlichen Bundesländern eher abnehmende Bestandszahlen. Ursachen seien  u. a.  die zeitigere Ankunft der Westzieher, die dadurch  früh die  attraktivsten Brutplätze belegen, und auch vermutlich   unterschiedliche Überlebensraten während des Zuges und der Überwinterung.  Aktuell erhole sich  der  Brutbestand in Brandenburg: 2014 geht mit  1424 Brutpaaren als stärkstes Jahr seit  1993 in die Statistik ein. Allerdings war der Bruterfolg im vergangenen Jahr  unterdurchschnittlich. Der Anteil der  erfolgreich brütenden Paare wird in der Mark  hingegen   langfristig als stabil eingeschätzt.

Und auch das bestätigte sich am Sonnabend in Rühstädt: Seit langem geht der  Trend deutlich zum Brüten auf künstlichen Nisthilfen – weg von Bruten auf Dächern oder gar auf Bäumen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen