Ende einer Ära in Wittenberge : Weniger Litfaßsäulen und neuer Partner

Auch diese Litfaßsäule in der Rathausstraße ist Geschichte. Insgesamt 17 Werbesäulen werden demontiert. Der neue Werbepartner der Stadt lässt fünf Modernere aufstellen.
Auch diese Litfaßsäule in der Rathausstraße ist Geschichte. Insgesamt 17 Werbesäulen werden demontiert. Der neue Werbepartner der Stadt lässt fünf Modernere aufstellen.

Stadt vergibt Werbekonzession für sieben Jahre an Berliner Firma

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14. Februar 2018, 05:00 Uhr

Ein leichtes Rucken noch, dann baumelt der letzte Betonring am Kran in der Luft. Die Litfaßsäule gegenüber der Fleischerei Vader in der Rathausstraße ist demontiert und spätestens dann Geschichte, wenn das Loch im Pflaster geschlossen ist.

Die Säule ist eine von 17, die derzeit aus dem Stadtbild verschwinden. Ausgenommen sind von der Demontage nur zwei Exemplare. Eines steht an der Ecke Perleberger Straße/Beethovenstraße. Diese Litfaßsäule gehört der WGW, die darauf wirbt. Das andere Exemplar steht vor der Oberschule. Junge Leute haben es mit einem Mosaik gestaltet. Die Säule wird Teil des neuen Schulvorgartens.

Die Demontage der Litfaßsäulen stößt auf Verwunderung. „Warum denn das“, fragt eine Frau, als vor ihrer Haustür in der Bahnstraße beim Stern, die Säule in ihre einzelnen Betonringe zerlegt wird. „Ich habe immer ganz gern geguckt, was da angepriesen wird.“

Ein Passant wundert sich: „Die Säule bei Vader in der Rathausstraße ist vor gar nicht langer Zeit mit viel Aufwand erst von der einen Straßenseite auf die andere versetzt worden. Wieso kommt sie jetzt ganz weg?“

Den Grund für die gesamte Aktion erklärt auf „Prignitzer“-Nachfrage Jan Zimmermann aus dem Stadtbauamt: „Wir haben seit Jahresbeginn einen neuen Partner für die Außenwerbung in Wittenberge.“ Und das bedeute, „der bisherige Vertragspartner baut sein Werbemobiliar zurück“. Bei Litfaßsäulen handelt es sich im Fachjargon um derartiges Mobiliar. Und auch die Großflächen beispielsweise am Busbahnhof fallen in diese Kategorie. Die Kommune erhält dafür, wenn sie auf ihren Straßen, Plätzen und in anderen Stadträumen Werbung zulässt, Geld . Die Summe beläuft sich nach Stadtangaben auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag im Jahr.

Bisheriger Vertragspartner der Stadt war die hiesige Firma Plakatlicht Kurt Treger Außenwerbung. Neuer Partner für den über sieben Jahre bis zum 31. Dezember 2025 laufenden Vertrag ist ein Berliner Unternehmen.

Das wird – so wie in der Ausschreibung gefordert – neue, modernere Litfaßsäulen aufstellen. Fünf Stück sind vorgesehen, „weil das Medium Litfaßsäule in der Werbung nicht mehr ganz so zeitgemäß ist“ und auch wegen des Stadtbildes sei die Anzahl ausgedünnt worden, sagt Zimmermann.

Die Firma Plakatlicht hatte sich nicht beteiligt, als die Stadt per Ausschreibung einen neuen Werbepartner suchte. Wollte das ortsansässige Unternehmen nicht mehr für Wittenberge tätig sein? „Ganz im Gegenteil“, sagt Geschäftsführer Sebastian Harth. „Aber wir waren und sind der Meinung, dass zu den in der Ausschreibung geforderten Konditionen kein wirtschaftliches Arbeiten möglich ist.“

Ausschreibungskriterien seien beispielsweise die Investition in die fünf neuen Litfaßsäulen, Kosten für Stromübernahmen bei Werbeträgern, die grundsätzlich kostenlose Werbung für Großveranstaltungen für die Stadt gewesen“, so Harth.

Wie sich alles entwickelt hat, finde er, so Harth, schade und verweist darauf, „dass wir hier in Wittenberge ja auch unsere Gewerbesteuer zahlen“. Wie der Geschäftsführer sagt, könnten durch den Vertragsverlust auch einige der 15 Firmenarbeitsplätze gefährdet sein.

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