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Kriminalität : Weniger Diebstähle auf A 14-Baustelle

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verstärkte Polizei- und Videoüberwachung hat abschreckende Wirkung.

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Seit knapp einem Jahr laufen die Bauarbeiten an der A 14 im Bereich der Gemeinde Karstädt auf Hochtouren. Und wo Baufahrzeuge und Werkzeuge in dermaßen hohem Bestand vorhanden sind, lassen Langfinger nicht lange auf sich warten. In den ersten Monaten verging kaum ein Wochenende, an dem nicht Hunderte Liter Diesel aus den Fahrzeugen abgezapft oder diverses Werkzeug gestohlen wurde. Selbst eine Dixie-Toilette bei Pinnow war vor dreisten Dieben nicht sicher.

Der negative Höhepunkt allerdings ereignete sich Mitte März. Unbekannte Täter hatten die Windsperren an einem Kran gelöst. Der Kran drohte dadurch umzukippen. Ein paar Tage später hatten Unbefugte von Abwasserpumpen, die zur Absenkung des Grundwassers dienen, diverse Schläuche abmontiert. Grundwasser lief in eine Baugrube und flutete diese. Der Schaden belief sich damals auf geschätzte 5000 Euro.

Die 11,5 Kilometer lange Trasse zwischen Karstädt und Groß Warnow wird von der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) geplant und gebaut. Die ausführende Firma ist die Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG, die nach dem Sabotagevorfall die Kontrollen verstärkt hatte.

„Der Baustellenklau bewegt die Branche insgesamt. Er nimmt nennenswerte Größen an“, sagt Stephan Janssen, Pressesprecher der Bunte GmbH gegenüber unserer Redaktion. Er betont allerdings: „Seitdem die Baustelle der A 14 im Bereich Karstädt verstärkt durch Video und Polizei überwacht wird, sind die Diebstähle wesentlich weniger geworden. Wir spüren schon, dass diese Überwachung abschreckende Wirkung hat. Wir sind der Polizei für die enge Zusammenarbeit sehr dankbar.“ Jedoch weiß Janssen, „dass man diese Diebstähle nicht ganz verhindern kann“.

Zum Beispiel verringern die Bunte GmbH und ihre Subunternehmer bzw. Zulieferer den Dieselklau dadurch, „dass wir die Dieseltanks nicht schon am Abend wieder auftanken. Und Materialien können entsprechend am Kran gesichert werden.“

Auf den Schäden bleibt jeder Auftragnehmer – sowohl die bauausführende Firma wie jeweils die geschädigten Subunternehmer – sitzen. Versicherungen treten aber zum Beispiel bei Zerstörungen von Baumaschinen ein.

Der Bau der A 14 -Trasse im Bereich Karstädt verschlingt rund 118 Millionen Euro. Können die daran beteiligten Baufirmen die diversen Aufwendungen durch Diebstahl schon bei ihren Angeboten mit einkalkulieren? „Der Preisdruck in der Baubranche ist so groß, solche Mehrkosten für Diebstähle können wir im Angebot nicht mit einkalkulieren“, verdeutlicht Stephan Janssen.


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