Prignitzer Sängertreffen : Weniger Chöre, mehr Lieder

Auf dem Marktplatz  führt Christian Reishaus (r.) alle Stimmen im Lied „Märkische Heide“ zusammen.
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Auf dem Marktplatz führt Christian Reishaus (r.) alle Stimmen im Lied „Märkische Heide“ zusammen.

26. Sängertreffen lockte hunderte Gäste und Sänger in den Wilsnacker Goethepark

svz.de von
13. Juni 2016, 04:45 Uhr

Pünktlich um 12.30 Uhr setzte sich am Samstag der Umzug in Bewegung. Unter der Marschmusik der Löcknitztaler zogen zum Auftakt des 26. Prignitzer Sängertreffens die Chöre vor das Amtsgebäude. Hannelore Jahn aus Bad Wilsnack hat am Markt auf diesen Moment gewartet. „Das komplette Treffen verfolge ich zwar nicht immer, aber die Proklamation schaue ich mir stets an“, sagt sie. Ihrer Freundin Irmgard Gruschinski gefällt es besonders, wenn das Brandenburglied angestimmt wird. „Zumindest die erste Strophe kann doch bestimmt jeder mitsingen“, meint sie.

Annähernd 300 Zuhörer und Sänger fanden sich im Goethepark hinter der Wunderblutkirche vor der Bühne ein. „Das ist schon etwas Besonderes, wenn ein Bürgermeister ein Chor-Konzert moderieren darf. Ausgepfiffen wurde ich bisher noch nie“, so Hans-Dieter Spielmann zum Auftakt. Bereits zum 23. Mal führte er durch das Konzert. An das Singen selbst hat er sich jedoch noch nicht gewagt. „Man sagt ja, jeder kann singen, aber ich würde das von mir nicht behaupten. Ich bewundere jeden, der singt“, so der Bürgermeister.

Christian Reishaus
Carlo Ihde
Christian Reishaus

Und schon allein in Bad Wilsnack gibt es da eine Menge zu bewundern. „Wir haben Amicitia, Cantabile, den Schulchor sowie Gospel- und Kirchenchor. Bad Wilsnack kann damit die ganze Bandbreite der Gesangskunst abdecken“, sagt Chorleiter Christian Reishaus. Zusammen mit Birgit Bockler und Kantorin Liselotte Holzäpfel gestalte man eine Singekultur, die sich in den letzten Jahren qualitativ stark gesteigert habe, schätzt nicht nur Reishaus sondern auch Hans-Dieter Spielmann ein. Allerdings musste das Konzept in diesem Jahr ein wenig umgestaltet werden. Es gab mit neun Chören nur knapp halb so viele wie in manchem Vorjahr, dafür konnte jeder Chor mehr Lieder aus seinem Repertoire darbieten.

Der Wittenberger Awo-Senioren-Chor stimmte unter anderem „So klingt’s in Wittenberge“ und „Eine Hand voll Heimatland“ an. Die Kinder von der Elbtalgrundschule hatten mit ihrer musikalischen Leiterin Constanze Prehn das sehr poetische Lied „Mondsilbertaufe“ mitgebracht.

Großer Beliebtheit erfreute sich zudem die riesige Kuchentafel. Ungefähr 80 Kuchen und Torten haben die Wilsnacker Sängerfrauen gebacken. Kornelia Weiß sorgte dafür, dass das Backwerk den Weg von der kühlen Remise ins Festzelt fand und immer genügend Nachschub da war.

Trotz des Erfolgs bei Publikum und Sängern bleibt mit Blick auf die Besucherzahlen ein kleiner Wunsch offen. „Vielleicht hätten einige Akteure in der Stadt noch etwas mehr die Werbetrommel rühren können“, sagt Olaf Gieseler, der den Einlass betreute.

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