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Zahl der Anträge in der Prignitz sinkt : Weniger Asylbewerber im Kreis

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die, die bleiben dürfen, suchen nun einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz

von
erstellt am 03.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Aktuell beziehen im Landkreis rund 830 Asylbewerber Leistungen. Darunter sind 500 Männer, 330 Frauen, 313 Kinder bzw. Jugendliche eingeschlossen. Die überwiegende Mehrheit ist jünger als 35 Jahre. Manche werden Deutschland verlassen müssen, ihr Antrag wurde abgelehnt, sie werden nur noch geduldet, erklärt Christian Müller, der zuständige erste Beigeordnete des Landrates. Damit hat sich die Zahl der Asylbewerber fast halbiert. „Wir hatten schon bis zu 1600“, so Müller. Knapp 80 sind im Jahr 2016 freiwillig ausgereist, die Mehrheit waren Albaner und Serben. 13 haben eine Ausreise beantragt, eine Abschiebung habe es nicht gegeben. Viele jedoch hatten Erfolg mit ihrem Antrag, suchen jetzt eine Arbeitsstelle oder einen Ausbildungsplatz. Das Jobcenter betreut 560 ehemalige Asylbewerber.

Neuaufnahmen hatte der Landkreis bis zum Jahresende nicht mehr erwartet. „Unsere Aufnahmequote in diesem Jahr betrug 588 Personen, aber schon im Juni hatten wir 615 Asylbewerber aufgenommen. Im Jahr 2015 waren es mehr als 1000 gewesen“, schildert Müller. Damit hätten alle Beteiligten eine Atempause, vor allem die Mitarbeiter der Awo, die für die Betreuung zuständig sind. Die Landesregierung erwarte bis 2018 Asylbewerberzahlen, die nochmals deutlich unter den aktuellen liegen, so Müller weiter.

Auf diese Entwicklung habe der Landkreis reagiert. „Wir sind dabei, den Wohnungsbestand zu verringern.“ Während des ungebremsten Zustroms 2015 hatte der Landkreis in der Spitze 430 Wohnungen angemietet sowie zwei Gemeinschaftsunterkünfte in Wittenberge genutzt. All das sei bedarfsgerecht erfolgt. Weder habe man langfristige Mietverträge abgeschlossen, noch eine höhere Anzahl an Wohnungen als Reserve vorgehalten. Daher seien dem Kreis auch keine immensen Zusatzkosten entstanden, die nicht erstattet werden, erklärt Müller. Da sich die globale Situation schnell wieder ändern könne, werde zunächst ein gewisser Wohnungsbestand vorgehalten.


Wittenberge ist beliebt


Anders als vermutet, hätten sich deutlich mehr Asylbewerber nach ihrer Anerkennung für ein Bleiben in der Prignitz entschieden. Vor allem Wittenberge sei offenbar ein beliebter Wohnstandort, die Nachfrage nach kleinen Wohnungen spürbar angestiegen. Mehrfach sei der Landkreis mit Fragen zu einem möglichen Nachzug der Verwandten konfrontiert worden. „Dazu können wir keine Aussage machen, das ist auch nicht planbar“, sagt Müller. Die Anträge werden im Internet beim Bundesamt für Migration gestellt. Wer nachziehen darf, erhält sofort ein Visum und werde nicht als Asylbewerber erfasst. „Wir erfahren frühestens davon, wenn die Personen nach Auslaufen des 90-tägigen Visums bei der Ausländerbehörde eine Verlängerung beantragen.“ In Einzelfällen müsse der Kreis dann auch aktiv werden, beispielsweise wenn sich schulpflichtige Kinder darunter befinden.

Die Zahl der Asylsuchenden im Landkreis ist bezogen auf die jeweilige Einwohnerzahl verschwindend gering. Die höchste Quote hat Perleberg. Hier kommen auf 1000 Einwohner 31 Asylbewerber. In Karstädt und Wittenberge sind es 18, im Amt Lenzen sechs und im Amt Bad Wilsnack/Weisen fünf.

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