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Weniger Arbeitslose: Jobagenturen bauen Stellen ab

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Potsdam | Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will wegen sinkender Arbeitslosenzahlen bei ihrer Verwaltung kräftig Personal einsparen. Bis 2015 sollten 17 000 Stellen abgebaut werden, kündigte BA-Chef Frank-Jürgen Weise an. "Das Einsparpotenzial wollten wir benennen, bevor jemand kommt und sagt: Ihr macht euren Job nicht", sagte Weise. Finanziell werde damit ab 2015 pro Jahr eine Milliarde Euro eingespart. So sollen einige Standorte zusammengefasst werden. "Wir werden von 176 Geschäftsstellen auf 154 gehen", sagte er.

In Brandenburg gibt es bislang keine Pläne für eine Stellenreduzierung in der Verwaltung. Knapp 4000 Beschäftigte arbeiten in den fünf Arbeitsagenturen in Neuruppin, Eberswalde, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam und den Jobcentern. Die Zahl der Arbeitslosen ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Im November 2007 suchten noch 178 000 Menschen einen Job, in diesem Jahr sind es 130 500. Fast ein Viertel weniger Kunden. Brandenburg hat damit das erste Mal seit der Wiedervereinigung eine Arbeitslosenquote von unter zehn Prozent erreicht. Die gute Konjunktur und der demographische Wandel wirken sich positiv auf die Statistik aus.

Weniger Arbeitslose bedeutet aber nicht automatisch weniger Verwaltung. Einen Stellenabbau in der Arbeitsverwaltung wird es vorläufig nicht geben. "Es gibt keine langfristige Perspektive", sagte der Sprecher der Regionaldirektion, Olaf Möller.

Die Arbeitsvermittler könnten sich angesichts der immer kleiner werdenden Kundschaft intensiver um jeden Einzelnen kümmern. Dafür gebe es Beratungskonzepte, die dann umgesetzt werden, sagte Möller. In Brandenburg wird jetzt erst einmal abgewartet, was sich hinter der angekündigten Reduzierung für die Region verbirgt. Wenn klar sei, wie viele Stellen in der Mark gestrichen werden sollen, werde geschaut, wo es weniger Arbeitslose gibt. Im Speckgürtel rund um die Hauptstadt Berlin beispielsweise sehe die Lage besser aus, als in der Prignitz oder in Cottbus, sagte Möller. Das werde bei der Planung berücksichtigt.

Beim Nachbarn Mecklenburg-Vorpommern ist da man schon weiter: 98 700 Männer und Frauen sind hier ohne Job, in den vergangenen Jahren sank die Zahl kontinuierlich. Der Chef der Landesagentur, Jürgen Goecke kündigte daher an, dass etwa jede zehnte Stelle in seiner Verwaltung wegfallen werden soll. In MV arbeiten zurzeit 3500 Beschäftigte für die Arbeitsagenturen. Bis 2015 sollen es 350 weniger sein. Der Abbau solle sozialverträglich erfolgen.

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erstellt am 20.Dez.2011 | 09:00 Uhr

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