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Der Prignitzer

17. Oktober 2017 | 17:27 Uhr

Weltrekord nicht zu knacken

vom

svz.de von
erstellt am 12.Dez.2011 | 09:47 Uhr

Gadow | 17,50 Meter sind auch nach den diesjährigen Weltmeisterschaften im Weihnachtsbaumweitwurf, die am Samstag in der Oberförsterei Gadow stattfanden, das Maß aller Dinge. Sieger Frank Pubanz schleuderte das ungewöhnliche Sportgerät auf immerhin 10,90 Meter, dicht gefolgt vom Zweitplatzierten Karsten Mertsch, der 10,80 Meter erreichte. "Von oben geworfen wie ein Speer oder von unten geschleudert, das Patentrezept für einen Weltrekordwurf gibt es nicht", sagt Förster Bernd Kugler, der das wichtige Amt des Schiedsrichters inne hat. "Aber im Vertrauen: Mit jedem Wurf verliert der Baum natürlich ein paar Nadeln und Äste, so dass er gegen Nachmittag immer leichter wird und weniger Luftwiderstand bietet. Auch Rückenwind kann sich auswirken, immerhin ist es eine Freiluftsportart", kommentiert er. So wundert es kaum, dass der Rekord 2008 mit einem fast nadellosen Baum aufgestellt wurde.

"Vor acht Jahren sind wir auf die Idee mit dem Weihnachtsbaumweitwurf gekommen", erinnert sich Oberförster Holger Galonska an die Ursprünge der ungewöhnlichen Sportart. "Einmal im Jahr müssen die Leute ja ihren Baum entsorgen, ihn aus dem Fenster oder in einen Container werfen. Und da es sowas noch nicht gab, haben wir gleich die Weltmeisterschaften ausgerufen", legt er schmunzelnd nach. Mit der Zeit habe sich die Veranstaltung immer weiter zu einem vorweihnachtlichen Wochenende für die ganze Familie entwickelt. "Etwas Musik mit Jagdhörnern, Deftiges aus dem Suppenkessel, frisch gejagtes Wild für den Weihnachtsbraten oder einen Tannenbaum fürs Wohnzimmer, selbst geschlagen auf unserer Plantage - es ist wirklich für jeden was dabei", zählt Galonska auf.

Tatsächlich kommen viele Besucher mit dem Kombi oder dem Anhänger, suchen sich ihren Baum aus und setzen die Säge an. "Er darf keine kahlen Stellen haben und muss schön gleichmäßig gewachsen sein", sagt Rosemarie Guhl aus Boberow, während ihr Mann gleich zwei Bäume im Auto verstaut. Evelyn Pawlowski sucht noch nach dem passenden Exemplar, wird schließlich aber doch fündig. "Der ist wirklich schön gewachsen, oder?" Nachdem auch ihre Schwester die kleine Nordmanntanne begutachtet und abgenommen hat, darf ihr Mann Lothar schließlich die Säge ansetzen. "Der passt genau in unsere Wohnung und lässt sich durch seinen vollen Wuchs bestimmt auch gut schmücken", lautet das zufriedene Fazit.

"Der Trend geht weg von Kiefer und Fichte und hin zur Nordmanntanne", so Holger Galonska. "Diese Art stammt aus dem Kaukasus und wurde vor allem in Dänemark bis vor zehn Jahren massiv auf Plantagen angebaut. Dann fiel die Förderung weg, viele Produzenten gaben auf, diese Bäume fehlen heute. Deswegen ist der Preis in den letzten Jahren auch gestiegen." Wer sich in Gadow seinen Baum schlägt, braucht sich um den Wald jedoch keine Sorgen zu machen, sagt Galonska. "Unsere Weihnachtsbäume sind extra dafür angepflanzt worden. Es entstehen durch den Einschlag keine Schäden."

Dass sich die ungewöhnlichen Wurfmeisterschaften inzwischen weit über die Prignitz hinaus herumgesprochen haben zeigt die Medienpräsenz: RBB, Tageszeitungen und Presseagenturen versuchen, die besten Bilder vom Weihnachtsbaumweitwurf einzufangen. Sogar ein niederländisches Korrespondententeam ist vor Ort. "Ich habe davon mal in der Zeitung gelesen und fand das sehr originell", sagt Jeroen Akkermans von RTL Nederland. "Für eine Weihnachtssendung drehen wir jetzt einen Betrag darüber." Natürlich versucht der Holländer auch selbst, den Rekord zu brechen, kommt aber nur auf gute zehn Meter. "Ich muss zugeben, ich habe es völlig unterschätzt", zieht Akkermans sein Fazit. "Ich muss wohl üben und im nächsten Jahr wiederkommen, um den Weltrekord anzugreifen."

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