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Landesdenkmalpflegepreis : Wellnessoase in der Ölmühle

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach der Auszeichnung ist vor dem Bau: Genesis GmbH saniert alle Etagen des Speichers und plant ein zweites Hotel.

von
erstellt am 12.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Das Gebäudeensemble der Ölmühle Wittenberge erhielt am Donnerstag den Landesdenkmalpreis in der höchsten Kategorie (wir berichteten). Das Sanierungsvorhaben hat „Vorbildcharakter in der Kategorie einer richtungsweisenden Umnutzung eines Industriedenkmals“, urteilte die Jury. Damit einher gehe die Wiederbelebung einer ganzen Region. Der Landkreis Prignitz hatte die Bewerbung für das Objekt eingereicht.

Ortrud Effenberger, Sachbereichsleiterin Denkmalschutz, sprach von einem dicken Brocken, den die Genesis GmbH als Eigentümerin angefasst hat. Davon gebe es zwar mehrere im Kreis wie die sanierte Tuchfabrik Pritzwalk oder das Gebäude der Lotte-Lehman-Akademie in Perleberg, „aber bei der Ölmühle sprechen wir von privaten Investoren“, weist sie auf den entscheidenden Unterschied hin. Mit ausschlaggebend für den Preis sei die stete Entwicklung des Areals. Und diese geht weiter, wie die Gesellschafter Jan und Lutz Lange verraten.

Alle noch ausstehenden Etagen des Speichers werden saniert. „Geplant sind 30 Hotelzimmer, fünf Tagungsräume und im Obergeschoss eine Wellnessoase mit Blick in die Elbtalaue“, skizziert Lutz Lange. Der Bauantrag sei gestellt, die Finanzierung gesichert. Noch bis Jahresende soll die Sanierung der Fassade Richtung Bühne abgeschlossen werden. Als i-Tüpfelchen plant die Genesis GmbH eine Aussichtsplattform im Turm der Ölmühle, zugleich höchster Punkt des Areals.

Fast sechs Millionen Euro hat dis Sanierung bisher gekostet, davon 1,42 Millionen Euro Fördermittel, so Lutz Lange. Für die drei Etagen des Speichers seien weitere drei Millionen Euro geplant. Mit Fertigstellung des zweiten Hotels, für das ebenfalls vier Sterne angestrebt werden, steige die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen auf dem Areal von aktuell 50 auf etwa 100.

Die neuen Hotelzimmer werden dringend benötigt, da die Auslastung der vorhandenen 30 konstant steige. Im Jahresschnitt liege sie bei 70 Prozent, im zurückliegenden August gar bei 89 Prozent.

Der Preis sei aus Langes Sicht eine hohe Anerkennung, die der Verdienst vieler Mitwirkender sei. Namentlich nennt er Ortrud Effenberger, Edelgard Schimko vom Kreis, Fachplaner Hartmut Jochinke, Landeskonservator Dr. Thomas Drachenberg, Bauleiter Enrico Schädler und die Stadt. „Nicht zu vergessen der damalige Genesis-Geschäftsführer Siegfried Reinhardt, der mich erst davon überzeugte, die Gesellschaft und damit das Areal zu kaufen“, so Lutz Lange. Die erfolgreiche Entwicklung sei allen Mitarbeitern zu verdanken, die unter der Leitung von seinem Sohn Jan stehen, der als geschäftsführender Gesellschafter in erster Linie für die Gastronomie zuständig ist.

Das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro soll für ein Mitarbeiterfest und für Kunst am Bau genutzt werden.


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