zur Navigation springen

rbb Bus zum Vororttermin in der Prignitz : Weiter Streit in Kleinow

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Dritte Ziegeleikuhle: Privatbesitz kontra Landschaftsschutz und Teilhabemöglichkeiten der Bürger

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Das vom rbb moderierte Zusammentreffen von Eigentümer Siegfried Ryll und der Bürgerinitiative zum Erhalt der dritten Kleinower Ziegeleikuhle hat gestern kein Ergebnis gebracht. Ryll erklärte zu Beginn des Vor-Ort-Termins, er habe inzwischen ein landwirtschaftliches Gewerbe angemeldet, der Zaun sei künftig zum Schutz der Tiere und seiner Tätigkeit erforderlich. 2004 beim Kauf des Gesamtareals war noch vom einem Fischereibetrieb die Rede. Er wurde inzwischen zu einem Nebenerwerb, über dessen Umfang Ryll nichts sagen wollte.

Seinen Kurs, Angler und Bürger per Zaun auszusperren und nur noch Leute an den Teich zu lassen, „die mich darum bitten“, begründete Ryll mit Vermüllung des Areals und seinen Rechten als Privateigentümer. Mehrere Bürger warfen ihm vor, bei den zwei anderen Ziegeleikuhlen massiv Bäume und Sträucher gerodet, Lebensräume für Uferseeschwalbe und Eisvogel zerstört zu haben. Das drohe nun der dritten Ziegeleikuhle.

„Wir sind hier früher oft spazieren gegangen, haben gebadet, geangelt, gegrillt und kleine Feste gefeiert. Das sollte wieder möglich sein“, sagte Claudia Mewes aus Kleinow. Auf die Aussagen zur Vermüllung entgegnete sie: „Wir haben immer aufgeräumt.“ Auch der Anglerverband hatte bis 2004 zwei Mal im Jahr aufgeräumt.

Die Sichtweise Rylls, das Areal sei Privatbesitz, auf dem nur er entscheide, teilt die Bürgerinitiative nicht. „Wir befinden uns im Außenbereich, da gelten besondere rechtliche Bedingungen. Und es gibt ein Bundesnaturschutzgesetz, das Bürger Teilhabemöglichkeiten einräumt“, so Detlef Richter von der Bürgerinitiative. Rechtsanwalt Hans Bubenzer verwies auf die Landesverfassung und diverse Landesgesetze, denen das Vorgehen Rylls widerspreche. Auch der Zaun könne in dieser massiven Bauweise und für sechs Hektar Fläche nicht ohne Genehmigung errichtet werden. Der Zugang zum See könne vom Besitzer nicht nur Leuten gewährt werden, die ihm zusagten. Der vom Verwaltungsgericht angeordnete Baustopp zeige, dass die Richter Zweifel an der Sichtweise Rylls hätten, so der Anwalt der Bürgerinitiative.

Plattenburgs Bürgermeisterin Anja Kramer will nun über einen von ihr moderierten Runden Tisch eine Annäherung der Streitparteien erreichen.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen