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Verein mausert sich : Weißer Ring mit eigenem Büro

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Prignitzer Außenstelle des Vereins, der sich um Kriminalitätsopfer kümmert, ist damit Vorreiter im Norden Brandenburgs

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erstellt am 25.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Die Prignitzer Außenstelle des Vereins Weißer Ring e. V. mausert sich: Nach der Durststrecke, die vor zwei Jahren überwunden werden konnte, ist der Prignitzer Weiße Ring nun die erste regionale Struktur des Opferhilfsverbandes im Norden Brandenburgs, der ein eigenes Servicebüro eröffnet. „Die Servicebüros sind ein neuer Weg, den unser Verein bundesweit beschreitet, um sich mehr nach außen zu öffnen. Das erste Büro wurde vor einem Jahr in Mainz eingerichtet“, sagte Jürgen Lüth, Landesbeauftragter des Weißen Rings für Brandenburg, vorgestern am Rande der Eröffnungsfeier. In der Mark gibt es derzeit noch Servicebüros in Luckenwalde, Luckau und seit Montag dieser Woche in Forst, so Lüth.

Das Büro des Weißen Rings befindet sich im Perleberger Freizeitzentrum „Effi“ in der Wittenberger Straße und bietet eine regelmäßige Öffnungszeit montags von 12.30 bis 18 Uhr; außerhalb dieser Zeit nach telefonischer Vereinbarung unter der Rufnummer 0151/55164657.

Wie schon erwähnt, war die Außenstelle Prignitz des Vereins noch vor rund zwei Jahren ein Sorgenkind: Nachdem Eckhard Raatz, der sich lange Zeit sehr für den Weißen Ring und somit für die Kriminalitätsopfer in der Prignitz engagiert hatte, zurückzog, fand sich so schnell niemand, der die Fäden wieder aufnimmt. Vorübergehend wurde die Prignitz vom Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin – von Herbert Brandt – mitbetreut. Die Leitungsposition konnte dann mit Annette Hochhardt aus Putlitz neu besetzt werden. In Henk und Walda van Essen aus Perleberg fand sie sehr bald äußerst motivierte und aktive Mitstreiter für die Sache. Henk van Essen war es auch, der sich in der Rolandstadt für die Einrichtung eines Servicebüros stark machte. Die Bemühungen fruchteten: Bei der Stadt fand man ein offenes Ohr, mit dem „Effi“ und dem hier arbeitenden Team gute und aufgeschlossene Partner. Man muss dazu wissen, dass der Verein keinen Fonds für die Bezahlung von Mieten oder Nebenkosten für Anlaufstellen hat. Die Organisation lebt in erster Linie von Spenden. Die Gelder fließen fast gänzlich direkt in die Opferhilfe. Um also ein Büro einzurichten, ist der Verein an den jeweiligen Orten auf das Entgegenkommen von Kommunen, anderen Vereinen oder sonstigen Trägern angewiesen. In Perleberg hat es nun geklappt.

Alle Beteiligten brachten zur Einweihung am Dienstagnachmittag ihre Freude darüber zum Ausdruck. Die Arbeit der Ehrenamtler werde das auf jeden Fall erleichtern, ist man überzeugt. Zur Gruppe des Weißen Rings, die Kriminalitätsopfer im Landkreis Prignitz betreut, gehören, neben Annette Hochhardt und Henk van Essen noch Jutta Schmidt-Huber, Reingard und Dietmar Pritzschke sowie Martina Freynick.

Rund 600 tatsächliche Opfer von Kriminalität und Gewalt, so Jürgen Lüth, erhalten jährlich Hilfe vom Weißen Ring. Die Zahl der Kontakte läge natürlich weitaus höher. Bei den Delikten, so der Experte, überwiegen Körperverletzung und Sexualstraftaten. Auf Landesebene kämpfe der Verein derzeit u. a. für eine stärkere Teilhabe an juristisch verhängten Geldbußen. 1,6 bis 1,8 Millionen Euro sind das jährlich in Brandenburg. 2014 flossen davon an den Weißen Ring 45 000 Euro.  

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