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Streit : Weisener Abgeordnete drohen mit Rücktritt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Fünf Gemeindevertreter kritisieren Bürgermeister David Leu für sein Verhalten

von
erstellt am 23.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Das Verhältnis zwischen einigen Gemeindevertretern und David Leu, Bürgermeister der Gemeinde Weisen, scheint an einem Tiefpunkt angelangt zu sein. Fünf von ihnen drohen nun sogar damit, ihre Mandate niederzulegen. Der stellvertretende Bürgermeister, Klaus Wichert, verlas im öffentlichen Teil der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Schilde eine entsprechende Erklärung.

Diese unterstützen neben ihm auch Petra Woith, Mario Dahse, Thomas Maetze und Lothar Hohmann. „Die Informationspolitik durch den Bürgermeister erfolgt nicht gleichlautend an alle Gemeindevertreter, so dass sich daraus zwangsläufig ein unterschiedlicher Kenntnisstand zu einzelnen Themen ergibt“, lautet ein Kritikpunkt in dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt. Außerdem geht es auch um den Umgangston David Leus gegenüber einigen Abgeordneten – von „Anfeindungen, Anmaßungen und allgemeinem Vergreifen im Tonfall“ ist die Rede.

Klaus Wichert erklärt auch Tage nach der Sitzung, dass der Umgangston nicht mehr hinnehmbar sei. „Der Ärger hat sich über das vergangene halbe Jahr aufgebaut“, sagt er. Seit 1985 ist er ehrenamtlich in der Gemeindevertretung aktiv. „Aber so eine Situation habe ich noch nicht erlebt.“ Wichert und die anderen vier Abgeordneten monieren auch, dass einige Fachausschüsse seit Langem nicht mehr getagt hätten. Doch dafür sind auch die Ausschussvorsitzenden verantwortlich, die Sitzungstermine in Absprache mit der Amtsverwaltung festlegen.

Alle Gemeindevertreter, mit denen diese Zeitung sprach, sagen, dass Leu als Bürgermeister viel bewege, gute Ideen habe. „Aber das macht er durch seine Art einigen gegenüber wieder kaputt“, sagt Mario Dahse. Er sieht eine allgemeine schlechte Entwicklung auch in der Gemeinde generell. „Der Bürgermeister polarisiert sehr stark. Ich befürchte, dass der Ort weiter gespaltet wird in Leu-Befürworter und -Gegner. Darüber hinaus wird die Gemeinde immer mehr im Amt isoliert“, wiederholt Dahse einen weiteren Kritikpunkt aus der Erklärung. Er hoffe, dass sich mit dem Papier nun etwas ändere. So sieht es auch Thomas Maetze. Ihm würde es sehr schwer fallen, sein Mandat niederzulegen. „Schließlich haben wir einen Wählerauftrag.“

Alle Befragten signalisieren Gesprächsbereitschaft mit David Leu, um auch künftig zusammenarbeiten zu können. Die Hoffnung auf Besserung hätten sie noch nicht aufgegeben. Da fünf von zehn Gemeindevertretern die Erklärung nicht unterstützen, gibt es eine Pattsituation. Leu könnte mit den anderen vier Abgeordneten die Legislatur bestreiten. „Es gebe für uns keine Nachrücker“, so Klaus Wichert.

Überrascht von der öffentlichen Erklärung zeigte sich Bernd Schiefelbein, der das Schreiben nicht unterstützt. „Dass es Diskrepanzen gibt, ist jedem klar. Aber wir müssen zusammenarbeiten. Es bringt nichts, mit Rücktritt zu drohen“, so Schiefelbein, der die Leistung Leus für die Gemeinde hervorhebt. Der Abgeordnete Jens Becker wollte sich gegenüber dem „Prignitzer“ nicht äußern. Bürgermeister David Leu sagt, er sei zu einem Gespräch mit den Gemeindevertretern bereit.

 

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