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Entdeckt in Glöwen : Weihnachtspakete packen im Akkord

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Seit 22 Jahren sorgen drei Glövzinerinnen für viele leuchtende Kinderaugen

svz.de von
erstellt am 13.Dez.2015 | 15:40 Uhr

„Ich freue mich, wenn ich etwas geschenkt bekomme, und ich mache anderen gern eine Freude.“ Für Gudrun Geike ist es nichts Besonderes, sie versteht auch nicht, warum man so viel Gewesen ums Päckchenpacken machen will. Schließlich sei Weihnachten. Doch wer kann schon von sich behaupten, 40 Weihnachtspäckchen und mehr gepackt zu haben, und das immer wieder seit nun 22 Jahren.

Es war Dr. Wedel, der sich mit Lkw-Ladungen an Hilfsgütern auf den Weg nach Russland machte, um zu helfen. Er gab den Anstoß, berichtet die Glövzinerin für die sofort feststand: „Da mache ich mit.“ Ihre Idee stieß bei Erika Jäckel und Wera Schulz auf offene Ohren. Fortan an hielten die drei Frauen das ganze Jahr über nach Angeboten Ausschau, mit denen man Menschen, besonders Kindern, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden, ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Gudrun Geike, die einen Friseurladen in Perleberg hat, erzählte zudem ihren Kunden, von dem Vorhaben. Viele von ihnen fanden es nicht nur großartig, sondern sie setzten sich hin und ließen die Stricknadeln klappern. Schals, Mützen, Handschuhe – das ganze Jahr über wurde fleißig gestrickt. Buntstifte, Plüschtiere, Kosmetikartikel und dergleichen kauften die drei Frauen dazu. Bezahlt wurde alles aus der eigenen Tasche.

Kurz vor Weihnachten begann dann das große Paketpacken. Erika Jäckel hatte das Jahr über schon eifrig für ein entsprechend großes Schuhkartonaufgebot gesorgt.

40 Pakete, das war Satz, doch meist sind es mehr geworden, gestehen die Drei. Manchmal habe man schon einen Hänger gebraucht, um alle zu transportieren.

Derweil wurde es immer schwieriger, die Auflagen des Zolls wurden immer größer. „Karton und Deckel mussten extra in Weihnachtspapier eingeschlagen sein, Gummitiere und Nüsse waren verboten, und das Verfallsdatum musst mindesten bis April des nächsten Jahres gelten, um nur einige der Maßregeln zu nennen. Dennoch, die Frauen ließen sich davon nicht abschrecken. Alle Jahre wieder packten sie Unmengen von Weihnachtspakete. Auch in diesem Jahr verwandelte sich der Partyraum der Geikes in eine große Einpackstation. An die 20 Rollen Geschenkpapier wurden in zwei Tagen im Akkord verarbeitet. Triste Schuhkartons verwandelten sich in hübsche Weihnachtspäckchen, gefüllt mit vielen kleinen Überraschungen für den Nachwuchs. Und dabei helfen inzwischen auch die Apotheke Karstädt und die Physiotherapie Wormstädt. „Die haben wir schon richtig angesteckt mit unserer Paketpackerei“, ergänzt Erika Jäckel, und alle drei verbinden damit ein großes Dankeschön an jene, die sie mit Spenden unterstützen.

Eine Masse an Paketen stapelte sich auch dieses Mal im Partyraum. Und dann die Hiobsbotschaft: Über sechs Euro Porto pro Paket sollten sie zahlen. „Das können wir nicht auch noch aus eigener Tasche bestreiten.“ Da fiel ihnen Marlies Müller, eine ehemalige Kollegin und heute Vorsitzende der Prignitzer Tafeln, ein. Der Gedanke war kaum zu Ende gedacht, da war für die drei Frauen klar: „Unsere Pakete gehen zur Kinderweihnachtsfeier der Tafel.“ Und hier gab es ein großes Hallo, denn damit hatte niemand gerechnet.

Keine Frage, auch im kommenden Jahr werden wieder Pakete im Glövziner Partyraum gepackt. „Nach Neujahr geht es los, halten wir Ausschau nach Preisgünstigem, mit dem man vor allem Kindern eine kleine Freude machen kann.“  

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