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Der Prignitzer

23. Oktober 2017 | 15:44 Uhr

Weihnachten gibt es keine Erdbeeren

vom

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2012 | 10:21 Uhr

Perleberg | Essen aus der Kantine genießt nicht unbedingt einen guten Ruf, doch seit der durch verseuchte Erdbeeren ausgelösten Brechdurchfall-Epidemie stehen die Versorgungsbetriebe von Schul- und Kita-Küchen stärker im Fokus als sonst. Eltern sind sensibilisiert. Unsere Redaktion informierte sich über Herkunft und Qualität des Essens in Prignitzer Einrichtungen und präsentiert die Ergebnisse in einer neuen Serie.

Den Steppkes aus dem evangelischen Kindergarten in der Lindenstraße mundet ausgesprochen gut, was Christine Mille und ihr Team auf den Mittagstisch zaubern. 25 bis 30 Kita-Portionen kommen täglich aus der Küche, die sich im gleichen Haus befindet und sowohl die Bewohner des Seniorenzentrums als auch die Jüngsten im Kindergarten bekocht. 2,15 Euro zahlen die Eltern, ist von Kita-Leiterin Cornelia Schmidt zu erfahren. "Kurze Wege, da ist das Essen heiß und schmeckt eben wie frisch gekocht."

In der Küche lege man großen Wert auf Frisch und Qualität. Akribisch werde das Temperaturprotokoll geführt und "unsere Lieferanten haben wir praktisch vor der Haustür", fügt die Küchenchefin an. Dass immer etwas passieren könne, davon könne sich wohl niemand freisprechen, doch man könne Vorkehrungen treffen. "Obst und Gemüse, wie es die Saison hergibt, schmeckt zudem am besten. Insofern gibt es zu Weihnachten bei uns eher keine Erdbeeren."

Essen für 93 Mädchen und Jungen der privaten Kita "Haus Sonnenschein" kommt aus der Kantine Engel in der Reetzer Straße. 1,70 Euro kostet das die Eltern, dafür gibt es täglich drei Speisen zur Auswahl und "wenn bei Kindern eine Lebensmittelunverträglichkeit vorliegt, dann wird für diese auch extra gekocht", berichtet Inhaberin und Kita-Leiterin Uta Ilge roth. "Täglich kaufen wir ein, und alles wird frisch zubereitet. Der Großhandel Schaper ist unser Lieferant und das seit Jahren", so Astrid Engel.

Aus der Küche der Awo-Wohngemeinschaft kommt das Mittagessen für die Spatzen in der Kita "Villa Märchenland". Und damit haben sie ihre Küche in direkter Nachbarschaft. "Wir können nur Gutes berichten. Das Essen schmeckt den Kindern, es ist nicht nur liebevoll zubereitet, sondern auch kindgerecht", betont Kita-Leiterin Christine Schmidt. An die 110 Portionen kochen Küchenchefin Edelgard Krenz und ihr Team. Denn auch die Kinder und Jugendlichen der Awo-Wohngemeinschaft und Schüler der "Schule An der Stepenitz" versorgen sie mit einem leckeren, warmen Mittag. Übrigens, zwei Euro zahlen die Eltern in der Kita, 2,20 Euro die Schulkinder. Gewiss, einschleppen könne man sich immer Keime, "wir stecken nicht drin in den Lebensmitteln". "Doch alle K-Ware (Kühlware) kochen wir, bevor sie weiter verarbeitet wird", so die Küchenchefin. Zudem komme in erster Linie auf den Tisch, was jetzt im Garten und auf den Feldern herangewachsen ist. "Äpfel gibt es entweder ganz frisch, oder wir machen Apfelmus daraus." "Was hier gekocht wird, das landet gleich auf dem Teller. Und wenn einer größeren Hunger hat, wird nachgereicht", fügt Birgit Pieper, Leiterin der Awo-Einrichtung in der Wittenberger Straße, an. Man setzte zudem in erster Linie auf heimische Produkte, die nicht erst Hunderte Kilometer durch die Gegend gefahren wurden. Und auch das sei erwähnt, "wir haben natürlich immer wieder auch in unsere Küche investiert bzw. in Sachen Werterhaltung was getan". Birgit Pieper macht aber auch deutlich, dass ohne die finanzielle Unterstützung des Landkreises ein gesundes, abwechslungsreiches Essen für alle Kinder nicht möglich wäre, "denn wir haben vor allem auch etliche Freiesser".

Aus der Küche des Kreiskrankenhauses bezieht die private Kita "Bellagio" täglich um die 25 Essenportionen (1,80 Euro). "Seit Februar werden wir von hier bekocht und sind super zufrieden. Das Essen schmeckt, ist heiß, kindgerecht und so reichlich, dass Nachschlag kein Problem ist", bescheinigt Kita-Leiterin Nicole Hamelow. Volker Pagel ist Küchenmeister im Kreiskrankenhaus. Er lege Wert auf qualitativ gute und vor allem frische Waren. "Seit Jahren ist Rewe unser Partner, die Kette hat einen guten Ruf." Frische Ware, wie geschälte Kartoffeln, kommen nachts aus Putlitz und werden am Tag dann sofort verarbeitet. Obst und Gemüse der Saison bezieht man aus den Gärtnereien der Lebenshilfe und vom CJD. Großes Augenmerk lege er als Küchenmeister auf die Wareneingangskontrolle. "Da merkt man sofort, ob eine Kühlkette unterbrochen wurde." Selbstkontrolle der Kühlung wie auch die Temperaturkontrolle des Essens seien Standard.

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