Der Wunsch für das neue Jahr : Weihnacht 2018 im eigenen Haus

Gebaut wird ganz in Familie. Die beiden jungen Bauherren Madeleine und Gordon Gerloff (v.r.).
Gebaut wird ganz in Familie. Die beiden jungen Bauherren Madeleine und Gordon Gerloff (v.r.).

Madeleine und Gordon Gerloff sanieren ganz in Familie alte Bauernstelle in Sükow denkmalgerecht

von
30. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Sie sind jung, seit dem 7. 7. 2017 verheiratet – Madeleine und Gordon Gerloff. „Dazu gehören noch Josie (15) und Lennard (10)“, sorgt die junge Frau gleich für geordnete Familienverhältnisse. Denn mit ihrem Gordon hat die 29-Jährige auch Josie und Lennard „geheiratet“, wie sie lachend und stolz zugleich sagt. Insofern könne man sich mit eigenem Nachwuchs noch Zeit lassen, zumal man jene jetzt sowieso am wenigsten habe. Und das unterschreibt jeder, der das Gerloff'sche Bauprojekt kennt.

In Sükow hat sich die junge Familie eine alte Bauernstelle gekauft – Doppelhaus mit riesiger Scheune und viel Nebengelass. „Das Nachbarhaus wurde 1764 erbaut, das Unserige einige Jahre später“, berichtet der junge Hausherr.

Eigene vier Wände, davon träumten sie beide, am liebsten wollten sie einem alten Haus nach ihren Vorstellungen neues Leben einhauchen. Eine Freundin zog nach Sükow und so geriet das alte Fachwerkhaus neben der ehemaligen Kneipe in Gordon Gerloffs Blickwinkel. „Das ist es“, stand für ihn fest, Madeleine war allerdings nicht gleich davon überzeugt. Zumindest anschauen wollte sie es sich aber. Nach dem Besichtigungstermin im Oktober 2016 war auch sie Feuer und Flamme.

Im April diesen Jahres wurde unterschrieben und in der riesigen Scheune mit der Bauerei begonnen. „Noch zwei Jahre hätte die nicht überstanden“, berichtet die 29-Jährige. So wurde aus der Not eine Tugend, denn beim Wohnhaus hat der Denkmalschutz ein gewichtiges Wort mitzureden. Das brauche Zeit, Nerven und Kompromisse.

Das Haus aus dem 18. Jahrhundert ist abgestützt, die alte Scheune hingegen avanciert bereits zu einem „Goldschatz“, wie die junge Frau, die einen mobilen Friseursalon betreibt, schmunzelnd gesteht. Hier sollen ihr Friseurmobil, der Wohnwagen alsbald einziehen. Platz ist dann noch ausreichend für Moped, kleiner Werkstatt und … Kurzum für alles, was nicht ins Haus gehört bzw. dort keinen Platz findet.

Der Wochenplaner der Familie ist seit Monaten ausgebucht. Tagsüber arbeiten und zweite Schicht bzw. am Wochenende dann auf der Baustelle. Mit dabei auch immer Mama und Papa Gerloff. „Sie sind eigentlich ständig hier am Werkeln und wir sind froh, dass wir sie haben“, betont ihre Schwiegertochter. Bei Zierpflanzen haben sie früher gearbeitet, die Bauerei, das haben sie sich alles angenommen. Trotz Höhenangst sieht man den Senior auf der Leiter, bringt er die Holzverschalung wie ein Profi an. Freunde, Bruder packen mit an und natürlich auch Josie und Lennard.

Einmal die Woche wird aber Baustelle, Baustelle sein gelassen, geht es ganz in Familie zum Schwimmen oder in die Sauna. „Wir sind mit Leib und Seele beim Hausbau, aber auch eine Familie“, und die ist der 29-Jährigen sehr wichtig. Eigentlich ist jene noch größer als angenommen. Denn Madeleine ist auch Jugendwartin der Jugendwehr Groß Buchholz. „Ich habe mal dort gewohnt“, berichtet sie. So ist der Samstagvormittag eben auch noch für die Jugendwehr reserviert. Übrigens, als Madeleine am 7. Juli ihrem Gordon das Ja-Wort gab, waren auch ihre Nachwuchsblauröcke dabei, halfen zum Polterabend die große Scheune standesgemäß zu dekorieren. „Eine tolle Truppe“, gesteht die junge Feuerwehrfrau.

Im neuen Jahr soll es dann an die Haussanierung gehen. 200 Quadratmeter sollen denkmalgerecht gepaart mit modernem Wohnambiente hergerichtet werden. „Bäder gab es damals halt noch nicht im Haus“, ergänzt Madeleine lachend. Auch plane sie einen kleinen Friseursalon zu integrieren, so dass „die Sükower sich dann nicht mehr in der Stube hübsch machen lassen müssen“.

„Unser Dorf braucht Jugend und es ist bewundernswert, was die junge Familie hier anpackt. Nicht nur ein Schandfleck verschwindet so aus dem Dorfbild, sondern ein altes Haus, das einfach zu Sükow gehört, bleibt erhalten“, freut sich Ortsvorsteher Diethardt Schulz. Immer mal wieder schaut er auf der Baustelle vorbei, unterhält sich mit seinen künftigen Dorfbewohnern. Und für die steht fest: „Weihnachten 2018 wollen wir schon in unserem Haus in Sükow feiern.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen