Zweiter Gleisanschluss : Weiche wertet Industriegebiet auf

Die Brücke über die Stepenitz ist das Nadelöhr. Sie muss saniert werden.
Die Brücke über die Stepenitz ist das Nadelöhr. Sie muss saniert werden.

Stadt plant zweiten Gleisanschluss in Süd und stellt Geld bereit. Brücke muss dringend erneuert werden.

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04. März 2019, 15:45 Uhr

4000 Container rollten 2018 per Schiene vom Elbeport im Industriegebiet Süd Richtung Hamburger Hafen. Und in diesem Jahr sollen es noch mehr werden. Der Hafen boomt als Güterumschlagsplatz. Aber: Alle Containerzüge müssen über die Stepenitzbrücke am Ausgang des Industriegebiets, um zum Wittenberger Bahnhof und damit ins Hauptstreckennetz zu kommen.

Über die Brücke führt die einzige Gleisanbindung des Industriegebiets. Das soll sich innerhalb der nächsten drei Jahre ändern. Die Stadt plant einen zweiten Gleisanschluss für dieses Areal. Die Wittenberger Stadtverordneten treffen dazu am Mittwoch eine wichtige Entscheidung. Wenn sie dem Haushalt zustimmen, dann entscheiden sie auch mit über die Bereitstellung von einer halben Million Euro. Geld, das die Stadt als Eigenmittel benötigt, „damit wir als Kommune die Hafenbahn auf dem Industriegelände direkt – ohne Umweg über den Bahnhof – in die elektrifizierte Schnellstrecke Hamburg-Berlin einbinden können“, erklärt Bauamtsleiter Martin Hahn. Ein erster Antrag für Fördermittel sei schon gestellt“.

Die Vorteile der Investition liegen auf der Hand, sagt Hahn. Er verweist zum einen darauf, dass dieser zweite Bahnanschluss in das Industriegebiet den Standort an sich schon aufwerte, neue Entwicklungen forciere. Hinzu käme die Zeitersparnis durch die direkte Einbindung per Schnellweiche. Und es würde die Stepenitzbrücke entlastet. Die ist nämlich ein großes Sorgenkind. Das rund 80 Jahre alte Bauwerk ist nach den Worten von Hahn für die heutigen Lasten nicht ausgelegt, entspricht generell nicht mehr heutigen Standards.

Der Bauamtsleiter sagt: „Wir müssen sie schnellstens ertüchtigen.“ Allein das bedeute, dass das Industriegebiet für einige Zeit per Gleis nicht zu erreichen ist. Aber: Die Ertüchtigung sei nur eine Lösung auf Zeit. Langfristig stehe ein Neubau an, sagt Hahn.

Damit ist klar, wie bedeutsam der zweite Gleisanschluss für das Industriegebiet ist. „Im ersten Quartal 2020 müssen wir der Bahn AG mitteilen, ob wir das Projekt angehen“, erklärt Hahn. Denn der Bahnkonzern plant für 2021 Arbeiten an der Hauptstrecke, die mit Sperrungen verbunden sind. Das ist das Zeitfenster, das sich für den Weichenbau öffnet.

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