Wehrgruppe: Kein Baustopp

<fettakgl>Die Wehrgruppe Quitzöbel </fettakgl>aus der Vogelperspektive.<foto>Archiv</foto>
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Die Wehrgruppe Quitzöbel aus der Vogelperspektive.Archiv

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22. Januar 2013, 10:08 Uhr

Quitzöbel / Magdeburg | Ursprünglich sollte die Sanierung der Wehrgruppe Quitzöbel 2011 abgeschlossen sein. Jetzt, Anfang 2013, ist allerdings erst die Hälfte der geplanten Investitionssumme von insgesamt 15 Millionen Euro verbaut. Die Fertigstellung, so das Wasserstraßenneubauamt Magdeburg (WNA), werde sich noch über Jahre hinziehen. Einen Baustopp gebe es jedoch nicht, wie Projektleiter Torsten Heyer auf Nachfrage des "Prignitzers" informiert.

Saniert werden in Quitzöbel das Durchstich- und das Altarmwehr. Das Herrichten eines solch alten Bauwerks - die Wehre an der Havel wurden vor rund 75 Jahren gebaut, um die untere Havelwasserstraße von der Elbe abschotten und die Havelniederungen vor dem Elbehochwasser schützen zu können - gestaltet sich deutlich schwieriger als ein Neubau. Man könne nicht alles vorhersehen, so Torsten Heyer. Das WNA und die ausführenden Bauunternehmen müssten sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Das Bauwerk befindet sich insgesamt in einem sicheren Zustand, was vor Beginn der Sanierungsarbeiten nicht so war.

Das WNA übernahm das Projekt im April 2010 vom Wasserstraßenamt Brandenburg/Havel (WSA). Aus personellen Gründen hatte das WSA keine Kapazität mehr für die Betreuung des Vorhabens, so dass die Baubegleitung seither in den Händen der Magdeburger Behörde liegt.

Die Detailplanung für das Millionenprojekt läuft bereits seit 2005. An der Planung werde nach wie vor gearbeitet, sagt Torsten Heyer. Das hat unter anderem mit veränderten EU-Richtlinien zu tun, die im Zuge der Sanierung umgesetzt werden müssen. Die ökologische Durchgängigkeit der Hochwasserschutzanlage müsse aus einem neuem Blickwinkel betrachtet werden. Für das so genannte Durchstichwehr könnte das bedeuten, dass die vorhandene Fischpassage nicht mehr ausreicht und statt dessen eine Fischaufstiegsanlage errichtet werden müsse. Die veränderte planungsrechtliche Basis mache eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. "Auch, wenn das nach außen hin vielleicht anders aussieht: Aber wir arbeiten im Hause intensiv an dem Projekt", so Heyer.

Im Frühling werde es auch vor Ort wieder Aktivitäten geben, das WNA arbeitet am unteren Schleusentor des Altarmwehrs weiter. In den zurückliegenden zwei Jahren ist im Bereich unterhalb des Wasserspiegels gebaut worden. Fachleute errichteten die Sohle zwischen den Spundwänden, befestigten die Oberfläche auf den Spundwänden und an der Schleuse, rissen zudem einen Schleusenturm ab. Hier soll künftig in einem neuen Gebäude eine moderne Antriebsanlage untergebracht werden. "Im Prinzip ist bis zur Unterkante der Brücke alles saniert. Jetzt geht es darüber weiter", fasst Torsten Heyer den Stand der Dinge zusammen.

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