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Amtsausscheid und Stadtfeuerwehrtag : Wehren im Wettstreit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Städte prüfen das Fachwissen ihrer Kameraden / Putlitz-Berge setzt auf klassischen Wettkampf den Silmersdorf gewinnt

von
erstellt am 31.Mai.2015 | 18:00 Uhr

Vier Sauglängen, ein Weidenschutzkorb, zwei Feuerwehrleinen und kräftig zupackende Hände: Mehr braucht es nicht, um in kürzester Zeit eine Leitung für die Wasserentnahme aus offenen Gewässern herzustellen.

Die Groß Buchholzer Kameraden lösten das beim diesjährigen gemeinsamen Stadtfeuerwehrtag von Perleberg und Wittenberge professionell und zügig. „Ich bin zufrieden mit meiner Mannschaft“, sagt Staffelführer Steffen Appelt mit Blick auf das fertige Werk. „Bislang haben wir überall volle Punktzahl erreicht, ein guter Start.“

Insgesamt neun Stationen hatten sich die Organisatoren für dieses Jahr ausgedacht. „Im Gegensatz zu klassischen Feuerwehrausscheiden legen wir beim Stadtfeuerwehrtag Wert auf Aufgaben, die sich auch im realen Feuerwehralltag ergeben können“, sagte Wittenberges Stadtbrandmeister Jens Bösel. So sei gewährleistet, dass auch Mannschaften teilnehmen könnten, denen die Zeit für spezielles Wettkampftraining fehlt. „Was hier verlangt wird, müssen alle Kameraden schon durch die Ausbildung beherrschen.“

So müssen an den Stationen in der Elbestadt aus Schläuchen und Armaturen eine improvisierte Ölsperre konstruiert, die Handhabung von Leitern demonstriert und beim Bugsieren von Ausrüstung über einen Zaun Geschicklichkeit und Teamfähigkeit unter Beweis gestellt werden. In Perleberg sind unter anderem Fertigkeiten im Knotenbinden und beim Funken gefragt.

Das Konzept des Stadtfeuerwehrtages kommt bei den Kameraden gut an. „Man kommt miteinander in Kontakt, es macht nicht einfach jede Stadt ihr eigenes Ding“, sagt Steffen Appelt. Auch Uwe Schleich von der Perleberger Feuerwehr ist vom Nutzen des gemeinsamen Wettstreits überzeugt. „Wir merken das deutlich, dass das Verhältnis der Wehren untereinander deutlich besser geworden ist. Die Jungs trinken nach dem Wettkampf gemeinsam ihr Bierchen und tauschen sich aus, und die Verbindungen, die dabei entstehen, zahlen sich in realen Einsätzen doppelt aus. Denn da müssen wir einfach gut zusammenarbeiten.“

Inzwischen kommen sogar Partnerwehren der Blauröcke aus Wittenberge und Perleberg zum Stadtfeuerwehrtag in die Prignitz. „Die Groß Buchholzer haben ihre Partnerwehr aus dem niedersächsischen Groß Malchau-Boecke mitgebracht“, sagt Wittenberges Stadtbrandmeister Bösel. „Ebenfalls eingeladen waren die Partner der Quitzower aus Oldersbeke und die Wittenberger Partnerwehr aus Elmshorn. Beide mussten leider absagen.“


Klassischer Wettkampf im Amt Putlitz


Löschangriff, Knoten, Gruppenstafette aber auch ein Wissenstest mit 20 Fragen – die Wehren des Amtes Putlitz-Berge entscheiden sich für ein Mischung aus klassischem Wettkampf und dem Prüfen von Fachwissen. „Wir haben die Disziplinen aber modifiziert, so dass statt sieben bereits sechs Kameraden pro Mannschaft ausreichen“, sagt Amtswehrführer Christian Reisinger.

Trotzdem sind mit acht Männer-, drei Frauen- und sieben Jugendteams nur neun der 17 Ortswehren vertreten. Vor allem die Jugendwehren geben Anlass zur Freude: „Die Arbeit mit ihnen funktioniert, es rücken Kameraden in die aktive Wehr nach“, sagt Reisinger.

Ein Beispiel dafür sind die Neuhausener. Acht Mitglieder, zwischen acht und 13 Jahren zählt die Truppe, die seit diesem Jahr von Jan Eckes geleitet wird. Seit zehn Wochen haben sie intensiv trainiert und vor dem Löschangriff sagt Niklas Krause: „Bisher blieben wir fehlerfrei, ich habe ein gutes Gefühl.“

Doch dann läuft es nicht nach Plan, der Löschangriff geht daneben, die Siegchance ist vergeben. Am Ende wird es der dritte Platz. Gewonnen hat in der Jugend AK I Silmersdorf, und die Silmersdorfer spielen ihren Heimvorteil aus: Auch die Frauen und die Männer holen den Siegpokal in das Dorf am Rande des Amtsbereiches.

Am Ende des Tages bleibt Zeit, um mit dem Amtswehrführer auf die Situation der Wehren zu blicken. „Unser Ausbildungsstand hat sich verbessert, wir haben wieder mehr Truppführer“, sagt Reisinger. Jetzt gehe der Blick wieder einmal auf die Fahrzeuge. Nach der Wende gebraucht gekauft, seien sie in die Jahre gekommen. „Wir werden aber nicht jedes Fahrzeug ersetzen können. Das macht weder taktisch einen Sinn, noch ist es finanziell machbar“, schildert Christian Reisinger die Situation. Aber ein neues Auto motiviert, damit lassen sich Kinder begeistern und schon allein deshalb bleiben Neuanschaffungen ein wichtiges Ziel.  
 

Ergebnisse: Amtsausscheid

Männer:

1. Silmersdorf

2. Neuhausen II

3. Neuhausen I

Frauen:

1. Silmersdorf

2. Telschow-Weitgendorf

3. Neuhausen

Jugend AK I:

1. Silmersdorf

2. Putlitz

3. Neuhausen

Jugend AK I:

1. Silmersdorf

Ergebnisse Stadtfeuerwehrtag:

1) Hinzdorf; 2) Wittenberge; 3) Spiegelhagen, 4) Groß Buchholz; 5) Perleberg; 6) Dergenthin; 7) Groß Malchau-Boecke; 8) Quitzow; 9) Düpow

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